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WAZ: Widerlicher Menschenhass - Kommentar von Lutz Heuken zu den Übergriffen in Sachsen

Essen (ots) - Nachdem in der Silvesternacht Frauen in Köln von Migranten massiv belästigt wurden, ging ein Aufschrei durch die Republik. Vollkommen zu Recht wurden Konsequenzen gefordert und eine "Null-Toleranz-Politik" propagiert.

Es stünde der Gesellschaft gut zu Gesicht, wenn sie auf die widerlichen Vorgänge durch Deutsche in Sachsen nun ähnlich heftig reagieren würde. Die Menschenverachtung, die hinter den Übergriffen in Köln, aber auch in Clausnitz und Bautzen zum Vorschein kommt, ist durch nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen. Nicht durch ein angeblich orientalisch geprägtes Frauenbild auf der einen Seite, nicht durch Furcht vor Überfremdung auf der anderen.

Was den faschistischen Mob in Sachsen angeht, so ist ein konsequentes Durchgreifen von Polizei und Justiz zwar notwendig, bei weitem aber nicht ausreichend. Der anständige Teil der Gesellschaft - und auch in Sachsen ist das hoffentlich noch die große Mehrheit - muss sich diesem Pöbel entgegenstellen. Solange die Fremdenfeinde meinen, für die schweigende Mehrheit zu handeln, solange können sie sich sogar noch als Helden fühlen.

Dass es bei all dem Menschenhass und der Gewaltbereitschaft gegenüber Flüchtlingen noch keine Toten gegeben hat, grenzt fast an ein Wunder. Wer applaudiert, wenn Häuser in Flammen stehen, der nimmt in Kauf, dass bald auch Menschen brennen.

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