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WAZ: Der Hunger ist nicht zu stillen. Kommentar von Michael Kohlstadt zum Fleischkonsum

Essen (ots) - Überzeugten Vegetariern muss sich der Magen umdrehen: Allen Meldungen über wachsende Ernährungssensibilität zum Trotz ist die Fleischproduktion in Deutschland auf einen neuen Höchststand geklettert. Noch nie haben deutsche Schlachthöfe in einem Halbjahr so viele Schweine geschlachtet wie in den ersten sechs Monaten 2015. Noch nie starben dafür so viele Tiere: nahezu 30 Millionen. Dem aktuellen Vegan-Trend ergeht es offenbar so wie dem Elektro-Auto: Maximale Aufmerksamkeit für ein Thema, das nur minimale Wirkung entfaltet. Immerhin geht der Fleischkonsum der Deutschen seit einigen Jahren leicht zurück. Der neue Schlacht-Rekord zeigt also auch, dass die Exportnation Deutschland sich nicht nur darauf versteht, erfolgreich Autos und Maschinen ins Ausland zu verkaufen. Allein der bundesweit größte Schweineschlachter, die Unternehmensgruppe von Schalke-Boss Clemens Tönnies, betreibt nach eigenen Angaben 25 Auslandsbüros. Machen wir uns also nichts vor: Nicht nur unsere Wohlstandsgesellschaft, auch der Rest der wachsenden Weltbevölkerung kann längst nur noch durch globale Produktion im industriellen Maßstab gesättigt werden. Der Hunger nach Fleisch ist dabei wohl vorerst nicht zu stillen.

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