Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Die Sparschraube nicht überdrehen. Kommentar von Frank Meßing zu Autorückrufen

Essen (ots) - Statistiken sind stets mit Vorsicht zu genießen. Aus den extrem steigenden Rückruf-Zahlen abzuleiten, dass Autofahren in Deutschland nicht mehr sicher ist, wäre sicherlich übertrieben. Auch wenn in den 940000 Aktionen allein im ersten Halbjahr 2015 ein großer Batzen aus 2014 enthalten ist, der erst jetzt abgearbeitet werden konnte, ist der Trend allerdings nicht zu leugnen: Es gibt immer mehr Rückrufe. Wenn Autos schon automatisch einparken können und künftig selbstständig fahren, wird die technische Anfälligkeit immer größer. Dem steht gegenüber, dass die Hersteller wegen des globalen Wettbewerbs immer stärker auf die Kostenbremse treten (müssen). Da bleibt Qualität schon mal auf der Strecke. Bei der Sicherheit darf es aber keine Kompromisse geben. Es muss also etwas geschehen. Experte Dudenhöffer nennt zu Recht als Vorbild die USA. Wir haben noch die Fernsehbilder vor Augen, als GM-Manager öffentlich in Ausschüssen "gegrillt" wurden, weil massenhaft Zündschlösser hakten. Diese Vorführung dürfte für Manager Abschreckung genug sein, die Sparschraube nicht zu überdrehen.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: