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WAZ: Wulffs Sieg. Kommentar von Miguel Sanches

Essen (ots) - Es kam, wie es kommen musste. Eine unwirkliche Anklage endete mit Freispruch. Eine Zahl macht das Dilemma der Staatsanwälte aus: 700 Euro. Sollte Christian Wulff für diesen Preis käuflich gewesen sein? Darauf - genauer: einen gesponserten Trip zum Oktoberfest - reduzierten sich die Vorwürfe vor Gericht. Dafür fehlte ein Resonanzboden - gerade nach der medialen Skandalisierung, die unsäglich war. Vor allem fehlten die Beweise. Die Staatsanwaltschaft hat auf der ganzen Linie verloren; schon ihrer Reputation wegen müsste sie in Revision gehen. Der Ex-Präsident hat noch mehr verloren: Amt, Familie. Das eigentliche Drama aber ist, dass der Autoritätsverfall um sich greift: Die Kirchen müssen pädophile Priester erklären, die Politik Plagiate und den Verrat von Dienstgeheimnissen, der ADAC dreisten Betrug und die Medien ihre Skandalgier. Gibt es noch intakte Institutionen? Der Upgrade-Präsident passt in die Landschaft. Nicht nur vor Gericht, schon vorher hatte er viel vergessen, zuallererst seine Vorbildfunktion.

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