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WAZ: Rummel und Wirrwarr - Kommentar von Wilhelm Klümper

Essen (ots) - Was man aus der und über die Bundeswehr hört, hebt keinesfalls die Moral der Truppe. Zunächst schmeißt ein entnervter Verteidigungsminister Guttenberg hin, der sich zumindest bei dem Großteil der Soldaten großer Beliebtheit erfreute. Während andere noch wortgirlandenreich an einer wohlklingenden Begrifflichkeit für den Afghanistan-Einsatz bastelten, bezeichnete er diesen ungeschminkt als Krieg. Und es wird ihm von den am Hindukusch kämpfenden Soldaten hoch angerechnet, dass er sie alle zwei Monate in Afghanistan besuchte. Ein Blick auf Guttenbergs Bundeswehrreform fällt weniger schmeichelhaft aus. Die Abschaffung der Wehrpflicht und der Aufbau einer Freiwilligenarmee scheinen mit heißer Nadel gestrickt worden zu sein. Viel Rummel, Ankündigungen, aber wenig Konkretes, heißt es aus Regierungskreisen. Klaus Naumann, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, sagt Vernichtendes über die Lage bei der Bundeswehr: "Der neue Verteidigungsminister steht vor einer Baustelle, auf der jede Menge Steine, Mörtel und Geräte rumliegen." Gut zu wissen, dass ein grundsolider de Maizière nun Ordnung in Guttenbergs Reform-Wirrwarr bringen wird.

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