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WAZ: Rückzugsraum Ruhr. Kommentar von Dietmar Seher

Essen (ots) - "Keine neue Gefahrenlage" hat der frühere Landesinnenminister Ingo Wolf regelmäßig in Sachen Mafia gemeldet - selbst, nachdem am 15. August 2007 sechs Menschen im "Da Bruno" in Duisburg erschossen worden waren. Eine reine Familienfehde sollte es gewesen sein.

Die Festnahme vom Wochenende zeigt: Es könnte mehr gewesen sein als das. Duisburg, die Rhein-Ruhr-Region überhaupt, ist offenbar ein Rückzugsort der kalabrischen Ndrangheta. Hier werden nicht nur Verwandtschaftskonflikte mit Gewalt gelöst, sondern wohl auch Einflussgebiete abgesteckt. Und der 51-jährige Waffenhändler scheint Duisburg als komfortable Basis für seine illegalen Geschäfte genutzt zu haben.

Komfortabel? Ja. Denn die deutschen Gesetze sind recht untauglich für eine wirksame Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Die Abhörmöglichkeiten: Juristisch eingeschränkt. Die Beweislast: Der Staatsanwalt muss nachweisen, ob Geld gewaschen wird oder nicht. Und die Mafiazugehörigkeit ist keineswegs, wie in Italien, per se ein Straftatbestand.

Dabei: Dies einzuführen, wäre rechtlich noch die leichteste Übung.

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