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WAZ: Gysis Entgleisung - Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Im Internet kursierte gestern ein Video. Es zeigt einen Mann und eine Frau, die von einer wütenden Menge zu Tode gesteinigt werden. Ihr "Verbrechen": Sie waren ein Liebespaar, ohne verheiratet zu sein. Das Video ist ein grausames Dokument der Lage in Afghanistan, wo die selbst ernannten Gotteskrieger der Taliban wieder ihr Unwesen treiben - erbarmungslos, menschenverachtend. Der Bundestag hat gestern beschlossen, den Einsatz der Bundeswehr um ein weiteres Jahr zu verlängern. In der Debatte bezeichnete Linksfraktionschef Gregor Gysi den Einsatz der deutschen Soldaten als "Terrorismus" - selbst für einen geübten Populisten wie Gysi eine unglaubliche Entgleisung. Der Einsatz in Afghanistan bietet ohne Frage Ansätze für Kritik; aber die Gräuel der Taliban gleichzusetzen mit dem - wenn auch bisweilen unzulänglichen - Versuch, das Morden zu beenden, ist infam. Ohne die Nato-Einheiten würde das Land vollends in Chaos und Gewalt versinken. Manches an dem Einsatz ist auf schlimme Weise falschgelaufen. Wer aber die deutschen Soldaten mit Terroristen vergleicht, dem geht es erkennbar nicht um die Sache. Gysi fällt den Soldaten in den Rücken.

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