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WAZ: Vergiftetes Klima. Kommentar von Joachim Rogge

Essen (ots) - Es ist zu wünschen, dass der Anschlag von Tucson die politischen Lager Amerikas zur Besinnung kommen lässt. Schier unversöhnlich stehen sich Befürworter und Gegner der Politik Barack Obamas nicht nur im Kongress gegenüber. Die Nation selbst ist gespalten wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung haben die ideologischen Scharfmacher, die ihre Foren in Radio und Fernsehen vor einem Millionenpublikum nutzen, um genüsslich zu zündeln. Der politische Diskurs in Amerika hat schon seit längerem streckenweise jeden rationalen Rahmen verlassen. Hasstiraden, unmissverständliche Aufforderungen, "nachzuladen", gehören zum Vokabular der politischen Auseinandersetzung, ohne dass einer "Halt" ruft. Die Handgreiflichkeiten und Schlägereien im letzten Jahr auf Bürgerforen insbesondere zur umkämpften Gesundheitsreform waren ein Zeichen, wie sich Aggressivität und Vernichtungswille zunehmend hochschaukeln. Und auch der letzte raue Kongress-Wahlkampf war alles andere als ein Vorbild für das Ringen unter Demokraten. Dass ein Wirrkopf die Hassparolen ernst nimmt, ist eine Erfahrung, die Amerika nicht zum ersten Mal macht.

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