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WAZ: Herz des Ganztags - Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) - Der Ausbau der Ganztagsschulen in NRW ist in den vergangenen Jahren rasant vorangeschritten. In den Städten gibt es kaum noch eine Grundschule, die mittags schließt, und auch an den weiterführenden Schulen ist Nachmittagsunterricht die Regel. Es gibt eine Menge durchdachter Konzepte, die zum Ziel haben, auch am Nachmittag Kinder gut zu betreuen, zu fördern oder die Schulzeitverkürzung aufzufangen. In der Tat gelingt vieles davon inzwischen richtig gut. Wenn nur nicht die leidige Frage der Verpflegung wäre. Weil Mensen flächendeckend fehlen, essen an vielen Schulen Kinder und Jugendliche in zweckentfremdeten Klassenräumen Aufgewärmtes - aus lauter Platznot obendrein im Schichtbetrieb. So wird ihnen aufgetischt, was schon den Patienten im benachbarten Krankenhaus nicht schmeckt. Der Alltag an Schulen zeigt: Vieles ist zerkocht, zu stark gewürzt und entspricht nicht dem für Kinder empfohlenen Nährstoffmix. Keine Frage: Eine Schach-AG am Nachmittag einzurichten ist einfacher, als die gesamte Schülerschaft gesund, lecker und preiswert zu verköstigen. Doch die Qualität einer Ganztagsschule steht und fällt mit einer Mittagspause, die den Namen verdient. Dass es noch nicht einmal Qualitätsstandards für das Essen gibt, zeigt, wie weit die Schulen noch von diesem Anspruch entfernt sind.

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