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WAZ: Karsai in Afghanistan vereidigt - Leere Versprechungen - Leitartikel von Gudrun Büscher

    Essen (ots) - Da steht er nun, Hamid Karsai, der alte und neue Präsident von Afghanistan, und verspricht das Blaue vom Himmel. Er will die Korruption bekämpfen, die Taliban, den Drogenanbau und alles, was dem Frieden, der Aussöhnung und einem Abzug der Truppen im Wege steht. Er sagt, was der Westen von ihm hören will. Er sagt: Ich will. Aber kann er auch? Nicht erst seit der manipulierten Wahl gibt es erhebliche Zweifel, ob Karsai das Format hat, das Land zu befrieden. Der einstige Hoffnungsträger ist entzaubert, seit acht Jahren herrscht Bürgerkrieg, der Rückhalt für die Afghanistan-Mission schwindet - nicht nur in Deutschland. Es gibt immer mehr Menschen, die wissen wollen, wann sich die Bundeswehr endlich zurückziehen kann. Die Ungeduld wächst und spielt Taliban und El Kaida in die Hände. Wer nicht will, dass es rechtsfreie Räume gibt, in denen Extremisten unbehelligt Anschläge in aller Welt vorbereiten können und lernen, mit Sprengstoff und Waffen umzugehen, der muss Afghanistan helfen, sich aus dem Würgegriff der Fanatiker zu befreien. Noch ist das Land nicht in der Lage, es selbst zu können. Karsais Versprechungen waren schön, aber sie sind leer.

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