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WAZ: Ministerin wirbt für Turbo-Abi - Unmut an der Basis - Leitartikel von Christoph Meinerz

    Essen (ots) - Ein warmes Mittagessen für Schüler mit Nachmittagsunterricht? Im Ruhrgebiet hat derzeit nicht mal jedes zweite Gymnasium eine Mensa. Neue Schulbücher, die auf die Lehrpläne für die verkürzte Schulzeit abgestimmt sind? Dafür fehlt in vielen Städten das Geld.   Längst sind nicht alle - hauptsächlich auf Grund mangelhafter Vorbereitung entstandenen - Probleme durch die Umstellung aufs "Turbo-Abitur" ausgeräumt. Der erneute Appell von Schulministerin Sommer an die Lehrer, Schülern nicht zu viel Stoff zuzumuten und öfter auf Hausaufgaben zu verzichten, kommt nicht von ungefähr. Es herrscht noch viel Unmut an der Basis. Vier Jahre nach Einführung der Schulzeitverkürzung präsentiert die Schulministerin dazu nun eine Info-Broschüre für Eltern. Information ist immer eine gute Sache. Doch das Heft ist zugleich ein Eingeständnis, wie viel Druck beim Thema "G8" noch im Kessel ist. Die Absicht ist überdeutlich: Kurz vor Wahlen möchte die Landesregierung den Eindruck vermitteln, sie habe zur Lösung der wesentlichen G8-Probleme inzwischen selbst den "Turbo" gezündet. Erfolg kann sie damit nur haben, wenn es die Menschen vor Ort auch so erleben.

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