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WAZ: Ein Prosit auf die Bayern - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - So schön kann Wahlkampf sein: sogar in Bayern. Dort haben die Kreativen aus der Steuerabteilung doch tatsächlich die Biersteuer entdeckt. Welche Steuer sonst sollte ein Volk zum Schäumen bringen? Eine Leberkässteuer gibt's (noch) nicht. Bemerkenswert ist auch der ordnungspolitische Sachverstand, mit dem der bayerische Finanzminister Fahrenschon (CSU) den Maßkrug stemmt. Der will die bundesweit eine Milliarde Euro schwere Steuer nicht einfach ganz abschaffen, was man als politische Forderung durchaus begrüßen könnte. Nein, der Bayer will sie lediglich für die kleinen unabhängigen Brauereien reduzieren. Womit der Minister eigentlich auch gleich hätte sagen können, er wolle aus Wettbewerbsgründen bayerisches Bier von der Steuer frei stellen, derweil die großen Brauereien etwa in NRW sie weiter blechen sollen. Tolle Idee. Damit hat Fahrenschon die Lufthoheit über den bayerischen Stammtischen im Handstreich erobert. Und einen weiteren Beitrag zum Thema Politikverdrossenheit geliefert. Denn diese Biafuizl-(Bierdeckel)-Steuer wird nie Realität werden. Prosit.

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