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WAZ: "Strompreiserhöhung ist Abzocke"
Grüne: Energiekonzerne geben mögliche Preissenkungen nicht an die Verbraucher weiter. Milliardengewinne auf Kosten der privaten Haushalte

Essen (ots)

Der Ärger über die für 2009 angekündigten
Strompreiserhöhungen wächst. Eine Studie im Auftrag der 
Bundestagsfraktion der Grünen wirft den vier großen Energiekonzernen 
vor, Milliardengewinne auf Kosten der privaten Haushalte einzufahren.
 Eon, RWE, EnBW und Vattenfall hätten trotz der Finanzkrise ihre 
Gewinne vervielfacht, heißt es in der Studie der Hochschule für 
Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die der Westdeutschen 
Allgemeinen Zeitung (WAZ, Essen) vorliegt. Mögliche Preissenkungen 
aber seien trotz gefallener Rohstoffpreise und gekürzter Netzentgelte
nicht an die Verbraucher weitergegeben worden. "Die Erhöhung der 
Strompreise für das nächste Jahr ist nicht gerechtfertigt", sagte der
energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Hans-Josef Fell.
 Laut Studie haben sich die Gewinne von Eon, RWE, EnBW und Vattenfall
seit 2002 verdreifacht und den Energiekonzernen einen Gesamtgewinn 
von knapp 100 Milliarden Euro beschert. Bezahlt hätten das vor allem 
die privaten Haushalte. Seit 2000 habe sich für sie der Strompreis um
rund 50 Prozent verteuert.
 Die Autoren der Studie vermuten zudem, dass der Eon-Konzern, der im 
Februar die Preise um rund neun Prozent erhöht, im Zuge der 
Finanzkrise Milliarden verloren hat. Im letzten Quartalsbericht habe 
Eon eine Erhöhung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 77 
Prozent ausgewiesen. Der Verlust von fünf Milliarden Euro entspreche 
in etwa der Hälfte des erwarteten Jahresergebnisses. "Das verlorene 
Geld darf der Konzern nicht über ungerechtfertigte Erhöhungen der 
Strompreise hereinholen", sagte die stellvertretende Fraktionschefin 
der Grünen, Bärbel Höhn.
 Im kommenden Jahr will etwa die Hälfte der 900 deutschen 
Stromversorger die Preise im Schnitt um 8,4 Prozent erhöhen. Eon hat 
für Februar, RWE für April höhere Preise angekündigt. Insgesamt sind 
48 Millionen Bundesbürger betroffen.

Pressekontakt:

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Telefon: 0201 / 804-2727
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