Millionenförderung für zukunftsfähige Wissenschaftskommunikationsforschung in Deutschland
+++ Pressemitteilung der VolkswagenStiftung +++
Millionenförderung für zukunftsfähige Wissenschaftskommunikationsforschung in Deutschland
VolkswagenStiftung fördert Etablierung von vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung: Die Zentren in Kiel, Tübingen/Karlsruhe, München und im Rhein-Ruhr-Gebiet konnten das Kuratorium der Stiftung mit ihren Zukunftsplänen überzeugen und erhalten in einer zweiten Förderrunde insgesamt rund 7 Mio. Euro.
Mit der Initiative "Wissenschaftskommunikation hoch drei" finanziert die VolkswagenStiftung seit 2021 bundesweit Forschungszentren, in denen Forschende und Praktiker:innen gemeinsam untersuchen, wie Wissenschaftskommunikation funktioniert und wie sie verbessert werden kann. Neben der Forschung werden mit Praxispartner:innen neue Formate der Vermittlung entwickelt und erprobt. Insgesamt hat die Stiftung für die Startphase der Zentren 15 Mio. Euro Fördergelder bewilligt.
In den vier Zentren, die in Kiel, Tübingen/Karlsruhe, München und dem Rhein-Ruhr-Gebiet entstanden sind, wird zu verschiedenen Schwerpunkten geforscht:
- Visuelle Kommunikation zu Gesundheits- und Lebenswissenschaften (Kiel Science Communication Network)
- Wissenschaftskommunikation und Künstliche Intelligenz (RHET AI – Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence)
- Wissenschaftskommunikation zu Planetary Health (Munich Science Communication Lab)
- Kommunikation der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und der Wissenschaftsforschung (Rhine Ruhr Center for Science Communication Research)
Nun können die Zentren in der drei Jahre andauernden zweiten Förderphase u. a. ihre Forschungsarbeiten weiterentwickeln, sich an den Heimatinstitutionen weiter verankern und neben der nationalen auch die internationale Vernetzung vorantreiben.
Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung: "Wir haben mit unserer Förderung der vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung die nötigen Experimentierräume geschaffen, in denen Wissenschaft und Kommunikationspraxis im Austausch mit ihren Zielgruppen neues Wissen und neue Methoden entwickeln. Mit der zweiten Förderphase sorgen wir im Schulterschluss mit den Universitäten dafür, dass die Zentren sich dauerhaft etablieren, die vielversprechenden Forschungsansätze weiteren Schub bekommen und das wertvolle Praxiswissen auf die Straße kommt".
Informationen zur zweiten Förderphase der vier Zentren
Das Kiel Science Communication Network (KielSCN) erforscht die Bedeutung von Visualisierungen in der Wissenschaftskommunikation, insbesondere in den Gesundheits- und Lebenswissenschaften. In der zweiten Förderphase steht im Mittelpunkt, wie visuelle Darstellungen Emotionen und Vertrauen kurz- und langfristig beeinflussen. Auch soll der Transfer zwischen Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation durch das Erproben neuer Jobprofile (sog. "Broker") an Universitäten ausgetestet werden.
Geförderte Institutionen: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften
Fördersumme: rd. 2 Mio. Euro.
Beteiligte Institutionen und Praxispartner: Muthesius Kunsthochschule, Spektrum der Wissenschaft, kurzgesagt, NDR, OpenCampus, Wissenschaft im Dialog
Das Munich Science Communication Lab (MSCL) beschäftigt sich mit Kommunikation zu "Planetary Health", also den Zusammenhängen von Umwelt, Klimakrise und menschlicher Gesundheit. Künftig sollen die Arbeiten am Zentrum darauf fokussiert werden, wie Wissenschaftskommunikation wirksam, konstruktiv und resilient gestaltet werden kann. Die Forscher:innen nehmen die systematische Evaluation von Wissenschaftskommunikation in den Blick und ihre Anwendung in verschiedenen kulturellen und regionalen Kontexten, sowie Forschungsfragen zu negativen Folgen von Wissenschaftskommunikation – etwa im Umgang mit Desinformation oder Online-Angriffen.
Geförderte Institutionen: Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutsches Museum
Fördersumme: rd. 2,2 Mio. Euro
Beteiligte Institutionen inklusive Praxispartner: Rachel Carson Center for Environment and Society, Helmholtz Zentrum München, Technische Universität München, University of Wisconsin Madison, Wissenschaft im Dialog, Scicomm-Support, AHA – The Science Communication Hub
Das RHET AI – Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence (Tübingen/Karlsruhe) untersucht, wie Künstliche Intelligenz gesellschaftlich diskutiert und vermittelt wird. Während in der ersten Förderphase öffentliche Narrative über KI im Fokus standen, richtet sich die Forschung zukünftig darauf, wie Menschen mittels KI wissenschaftliche Inhalte verstehen und kommunizieren. Im Zentrum steht die Frage, welche Verständigungsgrundlagen ("common ground") in Kommunikationsprozessen gelten können, wenn KI Systeme Inhalte individuell an Nutzer:innen anpassen.
Geförderte Institutionen: Eberhard Karls Universität Tübingen, Leibniz-Institut für Wissensmedien, Karlsruher Institut für Technologie
Fördersumme: rd. 2,2 Mio. Euro
Beteiligte Institutionen inklusive Praxispartner: Stony Brook University, Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation, experimenta Science Center Heilbronn, Wissenschaft im Dialog, Volkshochschulverband Baden-Württemberg, Center for Human Technology
Das Rhine Ruhr Center for Science Communication Research erforscht Wissenschaftskommunikation zu den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sowie die Wissenschaftskommunikation über das Wissenschaftssystem. Es nimmt die Herausforderungen des Wissenschaftsjournalismus vor dem Hintergrund einer "Krise der Faktizität" in den Blick und entwickelt Formate, die die Praktiken und Grenzen von Wissenschaft sichtbar machen. In der zweiten Förderphase rückt der Aspekt des finanziellen Drucks auf öffentlich-rechtliche Medien und das Wissenschaftssystem in den Fokus der Arbeiten.
Beteiligte Institutionen der zweiten Förderphase: Technische Universität Dortmund, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Fördersumme: 660.000 Euro
Praxispartner: Science Media Center Germany, Wissenschaftspressekonferenz e. V.
Alle Informationen zur Förderinitiative "Wissenschaftskommunikation hoch drei": https://www.volkswagenstiftung.de/de/foerderung/foerderangebot/wissenschaftskommunikation-hoch-drei-zentren-fuer-wissenschaftskommunikationsforschung-beendet
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