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23.11.2007 – 04:00

DRK Deutsches Rotes Kreuz

ots.Audio: Zyklon in Bangladesch: DRK-Mitarbeiter in Dhaka zur aktuellen Situation

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  • bangladesh-drk.mp3
    MP3 - 2,8 MB - 04:52
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    Berlin (ots)

    - Querverweis: Audiomaterial ist unter
        http://www.presseportal.de/audio und
        http://www.presseportal.de/link/multimedia.mecom.eu abrufbar -

    Anmoderation (Vorschlag): Durch den Zyklon in Bangladesch haben Hunderttausende ihr Haus verloren, es gibt zahlreiche Verletzte, Tote und Vermisste. Die Situation ist nach wie vor sehr unübersichtlich. Gerhard Tauscher, Experte für Wasser und Hygiene vom Deutschen Roten Kreuz ist in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch.

    Frage: Herr Tauscher, wie ist die Lage derzeit in Bangladesch O-Ton, 29 sec: "Direkt an der Küste ist es ein Streifen, der eben durch vier Meter hohe Wellen in diesem extrem flachen Küstengebiet überschwemmt wurde. Da die übliche Wasserversorgung einfach aus gesammeltem Wasser in oberflächlichen Tümpeln besteht, sind diese Tümpel eben mit Wasser des Meeres vermischt worden und entsprechend salzig. Die Leute müssen jetzt eben ihr Wasser von weiter her, von weiter aus dem Landesinneren bekommen."

    Frage: Wie sieht es im Landesinneren aus? O-Ton, 22 sec: "Ab einer gewissen Linie von der Küste weg, 100 bis 150 Kilometer ins Landesinnere gibt es erhebliche Sturmschäden bis hin in die Hauptstadt, die gestreift wurde von dem Hurrikan. Im Prinzip sind wirklich die Ärmsten betroffen. Je einfacher, je primitiver die Hütte gebaut wurde, desto eher ist sie natürlich weggeflogen."

    Frage: Was ist Ihre Aufgabe in Bangladesch? O-Ton, 28 sec: "Ich bin Mitglied eines Evaluierungsteams beim Internationalen Roten Kreuz und mein Fachgebiet sind Wasser- und Sanitärfragen, was in dem Bereich zu tun ist. Das sind so die Aufgaben, zu gucken, in welchen Gegenden es eben keine Alternativen zu den bestehenden Wassertümpeln gibt, wo man praktisch keine Alternative zu dem Versalzenen hat, wie man eben die ganze Situation ohne den Ausbruch von Seuchen geregelt bekommt."

    Frage: Wie sieht die Hilfe vor Ort aus, die Sie derzeit leisten? O-Ton, 32 sec: "Eben die Verteilung von Hilfsgütern für den ersten Anschub, das sind im Wesentlichen Lebensmittel, aber auch schon Shelter Material, also Plastikplanen sind das meistens nur, auch Kleidung wird jetzt schon verteilt. Das ist so die erste Hilfe der Verteilung. In der zweiten Runde gibt es dann mehr Haushaltsartikel, Kochtöpfe, Hygiene-Pakete und solche Dinge die dann natürlich längerfristig auch gebraucht werden."

    Frage: Welche medizinische Hilfe leisten Sie? O-Ton, 23 sec: "Der zweite Teil der Hilfe sind medizinische Teams, die eben auch in abgelegene Gegenden reisen, um da medizinische Hilfe direkt vor Ort zu leisten. Die sind wirklich teilweise nur mit Motorrädern unterwegs, um überhaupt in entlegene Gebiete zu kommen. Morgen wird eines dieser Teams für mehrere Tage mit einem Marineschiff unterwegs sein und auch die Inseln weiterversorgen."

    Frage: Wie geht die Hilfe in den nächsten Wochen weiter? O-Ton, 29 sec: "Im Prinzip geht es schon in Richtung Wiederaufbau. Es sind einige Experten bei uns, die sich nur um den Wiederaufbau schon kümmern. Welches Baumaterial muss man den Leuten zur Verfügung stellen, damit sie selbst ihre Behausung - letztendlich sind es ja relativ einfache Häuser - wieder aufbauen können. Das geht im Wesentlichen auf Wellblech hinaus, auf ein bisschen Bauholz, Nägel und Werkzeug, um das Ganze zu bewerkstelligen."

    Frage: Gibt es eine Situation, die Sie besonders bewegt hat? O-Ton, 24 sec: "Wir waren gestern mit einem Hubschrauber auf einer Halbinsel direkt an der Küste, da gab es recht unterschiedliche Situationen. In einem Dorf war es dann so, dass man noch zweihundert Leute vermisst hat, in der Regel Fischer, die mit Booten auf dem Meer waren. Entsprechend kleine Boote, die kein Funksystem haben, die konnten dann nicht gewarnt werden und nicht geholt werden."

    Frage: Wie gehen die Menschen mit der Situation um? O-Ton, 44 sec: "Selbst als ich noch zuhause war an dem Tag, als die Überschwemmung ja passiert war, als sie das Land erreicht hatte, waren die Leute schon mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Ich sehe hier sehr viel Eigenaktivität, man wartet nicht unbedingt auf internationale Hilfe, was wir hier leisten können ist wirklich nur eine Unterstützung. Die Leute bauen selbst ihre Hütten wieder auf mit lokal erhältlichen Baumaterialien, mit Strohmatten, mit einfachsten Materialien. Man räumt nur mit Äxten dickste Baumstämme von der Straße. Die Leute gehen extrem aktiv um, vielleicht ist das auch so ein Schutzmechanismus, nicht weiter drüber nachdenken, man stürzt sich einfach in Arbeit."

    Frage: Wie können die Menschen in Deutschland helfen? O-Ton, 31 sec: "Die Menschen können spenden, denn die Hilfsorganisationen, die hier vor Ort sind und gute lokale Partner haben, die auch langfristig die Kraft haben, hier zu bleiben und Geldmittel zur Verfügung zu stellen. Im Prinzip steht und fällt unser Programm damit, was für Geldmittel wir dann zur Verfügung haben. Unsere Projektvorschläge richten sich jetzt nach dem Bedarf. Nur wenn die Projekte entsprechend nicht eine Kostendeckung erreichen, wenn wir das Geld dafür nicht haben, können Teile eben dann nicht umgesetzt werden."

    Das Deutsche Rote Kreuz bittet um Spenden für die Betroffenen des Zyklons "Sidr" in Bangladesch:

    Deutsches Rotes Kreuz Bank für Sozialwirtschaft Konto: 41 41 41 BLZ: 370 205 00 Stichwort: Bangladesch

    ACHTUNG REDAKTIONEN:        Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Wir bitten jedoch um einen Hinweis, wie Sie den Beitrag eingesetzt haben an desk@newsaktuell.de.

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