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BERLINER MORGENPOST: Markt regelt Bezahlung - Kommentar von Joachim Fahrun

Berlin (ots) - Polizisten und andere Beamte verdienen in Berlin weniger als ihre Kollegen, die an anderen Orten in Deutschland vergleichbare Arbeit verrichten. Insofern geht es diesen Berufsgruppen nicht anders als vielen anderen Beschäftigten. Auch Softwareentwickler oder Ingenieure werden in der armen Hauptstadt schlechter bezahlt als anderswo.

Es mutet in Zeiten prekärer Jobs und Mini-Löhnen einigermaßen bizarr an, über die "amtsangemessene Alimentierung" von Beamten vor Gericht zu streiten. Wenn die Verfassungsrichter wie jetzt im Falle von Sachsen dieses Prinzip über das Gesamtinteresse der Konsolidierung der Haushalte und die Finanzlage öffentlicher Kassen stellen, keimt bei allen Nicht-Beamten ein übler Verdacht auf. Auch die Entscheider gehören zur Gruppe der Richter und Beamten, die für die Höhe ihrer Bezahlung Ansprüche aus der Verfassung ableiten. Das klingt ein bisschen wie Flucht vor den Realitäten.

Dabei gibt es gute Gründe für Berlin, den Abstand bei den Gehältern für Beamte schnell abzubauen. Der wichtigste ist der Markt: Warum soll sich ein fitter, motivierter junger Mensch beim Land Berlin bewerben und nicht in Niedersachsen oder Bayern, wo er mehrere Hundert Euro mehr verdient?

Angesichts des bevorstehenden altersbedingten Exodus aus Berlins Dienststellen muss der Senat die Bedingungen für Neueinsteiger und Altvordere verbessern, wenn die Behörden nicht endgültig kollabieren sollen. Dazu gehört auch eine konkurrenzfähige Bezahlung. Das wäre nach vorne gedacht.

Der ganze Kommentar im Internet unter: www.morgenpost.de/206841161

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