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Herbstgutachten: Der Streit der Weisen

Herbstgutachten: Der Streit der Weisen
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Hamburg (ots)

Alle Wirtschaftsinstitute sind sich einig: Die
Europäische Zentralbank sollte die Leitzinsen im kommenden Jahr
erhöhen. Alle sind sich einig? Nicht ganz! Denn das Deutsche Institut
für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin sprach sich in einem
Minderheitenvotum zum Herbstgutachten gegen ein Anziehen der
Zinszügel aus. Der Streit der Weisen spiegelt die großen
Unwägbarkeiten in der diesjährigen Prognose der sechs führenden
Wirtschaftsforschungsinstitute wieder. Vor allem die
Geldmengenentwicklung gibt Rätsel auf. Das außergewöhnlich niedrige
Zinsniveau von zwei Prozent hat zu einer hohen Liquidität geführt.
Wenn das Geld in die Nachfrage fließt, erhöht sich auch die
Wahrscheinlichkeit einer konjunkturellen Belebung. So weit so gut.
Als unerwünschter Nebeneffekt steigt aber mittelfristig das
Inflationsrisiko. Um solch eine Geldentwertung abzuwenden, sind
rechtzeitige aber keinesfalls verfrühte Maßnahmen der EZB gefordert.
Nach Ansicht der Expertenmehrheit ist das gemessene
Geldmengenwachstum Grund genug, damit verbundene
Inflationserwartungen zu ersticken. Die EZB sollte daher die
Leitzinsen im kommenden Jahr um 50 Basispunkte anheben. Für das DIW
ist die gestiegene Geldmenge nur eine Folge der europäischen
Finanzmarktintegration und wird von den Kollegen als
Gefahrenindikator überinterpretiert. Am Ende wird die EZB über die
widerstreitenden Theorien entscheiden müssen. Dann geht der Streit
der Weisen hinter den Türen des Eurotowers in eine neue Runde.

Kontakt:

Mummert Commmunications
Joerg Forthmann
Tel.: 040/227 03-7787
Fax: 040/227 03-7961
eMail: Joerg.Forthmann@mummert.de
Internet: www.mummert-communications.de

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