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14.03.2006 – 14:48

Coface Deutschland

Falsche Adresse ist häufig Reklamationsgrund!
Neue Studie zeigt Erfolgsfaktoren im Credit Management

    Mainz (ots)

Der Kunde hat eine überlegene Verhandlungsposition. Bei den Zahlungsbedingungen haben sich meist die für ihn vorteilhaften Konditionen durchgesetzt. Vorauszahlungen kommen so gut wie nicht vor, Lastschriftverfahren werden selten angewandt und Skonto wird auch dann gewährt, wenn Zahlungsziele längst überschritten sind.

    Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen empirischen Studie: "Erfolgsfaktoren der Forderungsrealisation in der Unternehmenspraxis": Unter diesem Titel haben das Institut für Unternehmensdiagnose der FH Bochum und der Verein für Credit Management, Neuss, 1.500 Unternehmen zu ihrem Zahlungsverhalten befragt. Das Besondere: Erstmals wurden das Kreditorenmanagement und die Zahlungsmotivation aus Sicht der Schuldner untersucht. Hintergrund: Der so genannte Lieferantenkredit - sprich das Zahlungsziel, welches ein Lieferant seinem Kunden einräumt - ist für viele Unternehmen heute unentbehrliches Finanzierungsinstrument.

    Aus der Studie geht z.B. hervor, dass Gläubiger oft lange Zahlungsziele und Lieferantenkredite einräumen - sogar ohne Absicherungen. So muß nur knapp ein Drittel der Befragten vor der Gewährung von Lieferantenkrediten über Sicherheiten verhandeln. "Dabei können Lieferanten sicher sein, dass Firmenkunden hinreichende Erfahrungen mit der Einräumung von Sicherheiten haben. Sie sollten dies häufiger zum Verhandlungsgegenstand machen", rät Bernd Weiß.

    In der Regel bezahlen die befragten Unternehmen ihre Rechnungen
innerhalb der gewährten Frist. In einigen Fällen kommt es zu
erheblichen Verzögerungen. Mit welchen Mahn- und Inkassomaßnahmen die
Firmenkunden in solchen Fällen konfrontiert werden, war eine weitere
Frage. 81% werden zunächst mit einer freundlichen Zahlungserinnerung
angeschrieben. An zweiter Stelle kommt das telefonische Mahnen.
Drastische Maßnahmen wie Lieferstopp oder Einschaltung eines
Rechtsanwaltes erleben die Wenigsten. "Die Praxis der
Forderungsrealisation ist sehr stark durch die klassische
schriftliche Mahnung geprägt. Es ist Gläubigern zu empfehlen, auch
andere Instrumente zu entwickeln", empfiehlt Weiß.      

    Ein straffes Forderungsmanagement des Gläubigers  wird
beispielsweise von zwei Drittel der Befragten als wenig oder gar
nicht kritisch bewertet. Auch die Nutzung von Factoring durch den
Gläubiger sehen die wenigsten Firmenkunden als problematisch an.
Wichtig ist für die Befragten, dass ihr Zahlungsverhalten in der
Wirtschaftsauskunft weiter positiv bewertet wird. Bei 79% der
Befragten spielt das eine wichtige Rolle bei ihrer
Zahlungsmotivation. Diese Ergebnisse decken sich mit Erfahrungen von
Creditreform: "Wir stellen bei Schuldnern oft ein ausgeprägtes
Problembewußtsein  beim Thema offene Forderungen fest. Ein straffes
Forderungsmanagement inklusive Telefoninkasso und Factoring stößt
nicht auf Ablehnung, sondern wird als Indiz für professionelles
Geschäftsgebaren gewertet", so Michael Bretz von Creditreform.          

    Bei den Reklamationsgründen für Rechnungen gaben 31% der befragten Unternehmen eine falsche Adresse oder Firmierung an. Diese kleine Ursache hat oft die große Wirkung, dass sie bei Unternehmen Zahlungseingänge verzögert und Liquidität stark einschränkt. Dagegen hilft das neue System EASY (Enterprise Access System). Es leistet Einführung und Vergabe einer weltweit einheitlichen Firmenidentifikationsnummer. Das neue Tool wurde im Rahmen einer Kooperation zwischen Coface, einem der weltführenden Kreditversicherer und Anbieter von Lösungen im Forderungsmanagement, und Creditreform entwickelt.

    In Europa gibt es in einigen Ländern bereits staatlich gesteuerte Systeme zur Vergabe von Erkennungsnummern für Unternehmen. Diese sind aber nicht aufeinander abgestimmt. Auch deshalb kommt es in vielen Unternehmensdatenbanken zu fehlerhaften Datensätzen und Doppeladressen.    

    "EASY ist als erstes System in der Lage, internationale Firmenidentifikationsnummern mit bereits vorhandenen Landesfirmenidentifikationsnummern-Systemen abzugleichen", erläutert Stefan Brauel, Vorstandsmitglied Coface Deutschland. Unternehmen, Kreditinstitute, Finanzdienstleister und andere international tätige Player müssen ihre Geschäftspartner weltweit identifizieren. Darum pflegen sie Firmendatenbanken verschiedener Kundengruppen. Für alle im Firmenkundenbereich tätigen Unternehmen bietet EASY künftig Zugriff auf ein aktuelles System, welches nach Einschätzung der Anbieter "den kommenden Standard bei weltweiten Firmenidentifikationsnummern" bietet. Die EASY ID-Nummer ermöglicht auch, Unternehmensdatenbestände mit unterschiedlichen nationalen ID-Nummern (zum Beispiel Crefo-Nr. od. Coface-Ident-Nr.) abzugleichen.

    Ein großer und aktueller Datenbestand ist der "Schatz der Kreditversicherer." Das kommt durch die starke Vernetzung der Kreditversicherer und die große Nähe zum Kunden sowie den Kunden seiner Kunden. Deshalb sagt Stefan Brauel: "Als Kreditversicherer wissen wir wie wichtig es für Unternehmen ist, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Daher empfehlen wir immer wieder bestimmte Teile des Debitorenmanagements auszulagern". Eine Kreditversicherung könne vor unerwarteten Forderungsausfällen schützen und die Liquidität sichern. Ebenso könne Factoring in Zeiten von Basel II als Standbein alternativer Unternehmensfinanzierung genutzt werden. Auch der Forderungseinzug durch Inkasso ergänzt die Wertschöpfungskette.

Infos: Coface Holding AG Presse- & Öffentlichkeitsarbeit Erich Hieronimus/Christian Giesen Isaac-Fulda-Allee 1 55124 Mainz Telefon: 06131/323-542 Telefax: 06131/323-70-541 Mail: christian.giesen@coface.de Web:  http://www.coface.de

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