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Pressemitteilung: Fachleute aus dem sozialen und politischen Bereich erörterten die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche

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Herausfordernde Jahre

Psychische Folgen der Coronamaßnahmen bei jungen Menschen: Experten diskutieren bei der Hanns-Seidel-Stiftung über die Auswirkungen der Pandemie

München, 19. März 2024 – Die Hanns-Seidel-Stiftung hat bei einer Expertenrunde zum Thema „Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ die Folgen der Pandemie diskutiert. „Die Pandemiezeit war für Kinder und Jugendliche sehr schwierig. Es sind so viele Erfahrungen einfach ausgefallen: der erste Liebeskummer, Auslandsaufenthalte, Abschlusspartys. Wir müssen uns daher anschauen, was unsere jungen Leute brauchen, um nachreifen und gesunden zu können. Dazu benötigen wir den Sachstand“, begründete Staatsministerin a.D. Kerstin Schreyer, MdL und stv. Stiftungsvorsitzende, die Notwendigkeit der Tagung, die am 15. März in München stattfand. Daran teilgenommen haben Fachleute aus der Psychologie, der Pädagogik und dem Bereich Public Health. Weiteren politischen Input gab der gesundheits- und pflegepolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Bernhard Seidenath, MdL.

Prof. Dr. Sabine Walper, Vorstandsvorsitzende und Direktorin des Deutschen Jugendinstituts, stellte die ganz konkreten psychischen Auswirkungen der Maßnahmen dar. Sie bezeichnete Einsamkeit und Gefühle sozialer Isolation als „starken Schrittmacher für Ängste und Depressionen“ – und nannte darüber hinaus noch weitere, manchmal vergessene Einflussfaktoren, wie den Verlust der Selbstwirksamkeit, das Leiden unter den Belastungen der Eltern oder den Ukrainekrieg. Walpers Ausführungen wurden durch die Präsentation einer europäischen Vergleichsstudie in Kontext gestellt. Dr. Helena Ludwig-Walz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, wies in ihrem Vortrag auf die Korrelation zwischen der Restriktionsstärke und dem Auftreten psychischer Probleme hin. „Je strikter die Maßnahmen waren, desto häufiger traten Angstsymptome und Depressionen auf“, resümierte die Wissenschaftlerin.

Ebenfalls vergleichend gingen Dr. Lisa Pfadenhauer und Dr. Caroline Jung-Sievers, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, vor. Sie wiesen auf die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen spezifischer Maßnahmen im schulischen Kontext hin und zeigten Wege auf, wie sich negative Effekte durch Interventionen hätten abmildern lassen. Die beiden Wissenschaftlerinnen plädierten dafür, in Zukunft in vergleichbaren Lagen die Schulen geöffnet zu lassen.

Mit dem schulischen Bereich beschäftigte sich auch Prof. Dr. Doris Lewalter, Inhaberin der Professur für Formelles und Informelles Lernen an der Technischen Universität München, sowie Leiterin des National Center PISA. Sie betonte, dass der Distanzunterricht gerade in Deutschland durch die geringe Nutzung digitaler Medien besonders herausfordernd gewesen sei – vor allem in nicht-gymnasialen Schularten. Festzustellen sei außerdem die Zunahme einer mathematikbezogenen Ängstlichkeit.

Bernhard Seidenath, MdL umriss in seinem Schluss-Statement die Maßnahmen, mit denen der Freistaat Bayern auf die starke Zunahme psychischer Belastungserscheinungen reagiert hat. „Wir haben etwa das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz erlassen und psychiatrische Krisendienste eingeführt, die rund um die Uhr erreichbar sind und notfalls zum Betroffenen kommen. Schulleiter melden aber weiterhin hohen Bedarf. Es gilt daher weiterhin eng mit Initiativen wie ‚Gute gesunde Schule Bayern‘ und ‚Lions-Quest‘ zusammenarbeiten, um die Altlasten gemeinsam bewältigen zu können“, so der gesundheits- und pflegepolitischen Sprecher.

Hubertus Klingsbögl
Pressesprecher der Hanns-Seidel-Stiftung
 presse@hss.de
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