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MV: Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen bleiben hoch

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Die Folgen der Pandemie und anhaltende Krisen sorgen bei vielen jungen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern dauerhaft für psychische Probleme. Das zeigt der neue DAK-Kinder- und Jugendreport zu Angststörungen, Depressionen und Essstörungen. Im Fokus der wissenschaftlichen Studie stehen Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, da sich hier die größten Anstiege zeigen: 2024 waren 72 von 1.000 DAK-versicherten jugendliche Mädchen in MV mit einer Angststörung in Behandlung, womit hochgerechnet landesweit 1.500 junge Frauen betroffen waren. Im Vergleich zu 2019 ist dies ein Anstieg um 36 Prozent. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl chronischer Angststörungen mit einem Zuwachs um 99 Prozent. Bei jugendlichen Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern sind die Fallzahlen von Depressionen und Essstörungen ebenfalls auffällig. Lesen Sie mehr in unserer Pressemeldung.

Freundliche Grüße

Ihr Presseteam der DAK-Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern

MV: Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen bleiben hoch

  • DAK-Kinder- und Jugendreport: Angststörungen bei jugendlichen Mädchen chronifizieren
  • Depressionen und Essstörungen auf hohem Niveau
  • DAK-Landeschef Mirwald fordert Offensive für mentale Gesundheit

Die Folgen der Pandemie und anhaltende Krisen sorgen bei vielen jungen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern dauerhaft für psychische Probleme. Das zeigt der neue DAK-Kinder- und Jugendreport zu Angststörungen, Depressionen und Essstörungen. Im Fokus der wissenschaftlichen Studie stehen Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, da sich hier die größten Anstiege zeigen: 2024 waren 72 von 1.000 DAK-versicherten jugendliche Mädchen in MV mit einer Angststörung in Behandlung, womit hochgerechnet landesweit 1.500 junge Frauen betroffen waren. Im Vergleich zu 2019 ist dies ein Anstieg um 36 Prozent. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl chronischer Angststörungen mit einem Zuwachs um 99 Prozent. Bei jugendlichen Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern sind die Fallzahlen von Depressionen und Essstörungen ebenfalls auffällig. Nach einem starken Anstieg bis 2022 zeigt der Report bei Depressionen von Teenagerinnen eine sinkende Prävalenz auf hohem Niveau. Essstörungen stiegen bei Ihnen zuletzt sogar wieder und bilden auf einem hohen Niveau ein Plateau.

„Psychische Erkrankungen, insbesondere bei jugendlichen Mädchen, bleiben in MV ein Problem. Wir leben in einer Zeit voller Krisen, in der es für Heranwachsende immer schwieriger wird, einen Platz zu finden“, sagt Andreas Mirwald, Landeschef der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern. „Es ist unsere Aufgabe und Pflicht, der jungen Generation zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen: mit gezielter Prävention. Jugendliche leiden oft auch später als Erwachsene an den Folgen ihrer psychischen Erkrankungen, was ihre Familien oder ihr Arbeitsleben belastet. Deshalb brauchen wir jetzt eine Offensive für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in MV, damit wir einen Teil dieser Generation nicht verlieren.“

Angststörungen chronifizieren sich bei jugendlichen Mädchen

Laut DAK-Kinder- und Jugendreport für Mecklenburg-Vorpommern sind jugendliche Mädchen von Angststörungen besonders betroffen. So hat sich die Chronifizierung von Angststörungen bei ihnen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie knapp verdoppelt: 2019 mussten 8,0 von 1.000 Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren jedes Quartal mit einer Angststörung ambulant oder stationär behandelt werden. 2024 waren es knapp 16 je 1.000 jugendliche Mädchen. Das entspricht einer Steigerung von 99 Prozent. Zudem stiegen die Komorbiditäten, also ein gleichzeitiges Auftreten zweier psychischer Erkrankungen bei jungen Patientinnen. Die Zahl jugendlicher Mädchen, die zeitgleich an einer Angststörung und einer Depression litten, erhöhte sich 2024 im Vergleich zu 2019 um 43 Prozent.

Als erste Krankenkasse in Mecklenburg-Vorpommern hat die DAK-Gesundheit ambulante und stationäre Abrechnungsdaten von Kindern und Jugendlichen mit dem Fokus auf Angststörungen, Depressionen und Essstörungen für das Jahr 2024 ausgewertet. Für die aktuelle DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von knapp 24.200 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in MV versichert sind. Untersucht wurde das Zeitfenster von 2019 bis 2024 mit insgesamt rund 1,3 Millionen ambulanten Arzt- und Therapeutenbesuchen, Krankenhausaufenthalten und Arzneimittelverschreibungen. Der Fokus der Analyse lag auf der Altersspanne fünf bis 17 Jahre und insbesondere auf jugendlichen Mädchen.

Landesschülerrat: Gesundheitsbildung auf den Stundenplan

„Schule darf nicht nur Stoff vermitteln, sie muss junge Menschen auch fürs Leben stärken. Gesundheitsbildung gehört deshalb verbindlich in den Stundenplan – gerade mit Blick auf psychische Belastungen“, sagt Felix Wizowsky, Vorsitzender des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern. „Dafür sollte Schule den Mut haben, Inhalte zu reduzieren, die am Alltag junger Menschen vorbeigehen. Viele Jugendliche erleben gerade: hoher Druck, große Erwartungen – und zu wenig Unterstützung. Die Zahlen überraschen deshalb leider nicht. Wenn wir eine starke Generation wollen, brauchen wir mehr Schulsozialarbeit, niedrigschwellige Beratung und Prävention an Schulen.“

Plateau-Bildung bei Angststörungen seit 2021

Der DAK-Kinder- und Jugendreport zeigt für Mecklenburg-Vorpommern, dass 2024 rund 23 von 1.000 DAK-versicherten Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 17 Jahren mit einer Angststörung behandelt wurden. Das entspricht hochgerechnet landesweit rund 4.300 Kindern und Jugendlichen. Seit 2021 bleiben die Zahlen in allen Altersgruppen auf einem konstant hohen Niveau. Diese Plateau-Bildung zeigt sich besonders deutlich bei jugendlichen Mädchen: 2024 mussten rund 72 von 1.000 Mädchen mit einer Angststörung ambulant oder stationär in MV versorgt werden, insbesondere mit sozialen Phobien und Panikstörungen. Hochgerechnet waren es landesweit rund 1.500 Teenagerinnen im Alter von 15 bis 17 Jahren. Im Vergleich mit dem letzten Vorpandemiejahr 2019 ist das ein Plus von 36 Prozent.

Depressionen und Essstörungen weiter auf hohem Niveau

Auch andere psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen und Essstörungen bleiben in MV auf hohem Niveau. So stiegen die Behandlungszahlen jugendlicher Mädchen mit Depressionen bis 2022 stark an. Trotz seitdem sinkender Prävalenz blieben die Zahlen hoch. Depressionen werden gegenwärtig immer noch häufiger diagnostiziert als im Vorpandemiezeitraum, wobei sich im Jahr 2024 gegenüber dem Jahr 2019 ein Anstieg der Prävalenzrate in Höhe von 19 Prozent beobachten lässt. Ein ähnlicher Trend zu einer Plateau-Bildung zeigt sich hingegen bei Essstörungen. Die Behandlungszahlen von Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren stiegen um 21 Prozent. 2024 waren in Mecklenburg-Vorpommern hochgerechnet rund 1.400 jugendliche Mädchen mit einer Depression in Behandlung. Im Falle von Essstörungen waren es etwa 400 Teenagerinnen zwischen 15 und 17 Jahren.

Kinderärzte: „Besserung erscheint kurzfristig nicht in Sicht“

„Der DAK - Kinder- und Jugendreport zeigt uns, dass sich die psychische und physische Gesundheit der von uns betreuten Patienten in den abgefragten Items nicht in nennenswertem Umfang gebessert hat“, sagt Dr. Sven Armbrust, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg. „Dabei decken sich die Ergebnisse mit unseren klinischen Erfahrungen. Die Rate an Essstörungen – in beide Richtungen – ist seit Corona unverändert hoch und bewegt sich bei betroffenen Kindern zunehmend in kritischen Bereichen“, erläutert Dr. Armbrust. „Therapeutische Interventionen hier sind meist langwierig und von eher mäßigem Erfolg. Hier sollten daher seitens der Politik generelle präventive Rahmenbedingungen geschaffen werden: warum nicht 15 Minuten gemeinsamer Frühsport jeden Tag in Kindergarten und Schule gefolgt von einem gemeinsamen Frühstück, um Kindern Freude an Bewegung und vernünftigem Essen zu vermitteln? Und wir brauchen eine Stärkung der Resilienz unserer Kinder- und Jugendlichen von Anfang an. Wer gute Wurzeln hat, kann einen starken Stamm entwickeln, der in den Krisen des Lebens und der Welt nicht gleich Schaden nimmt. Auch das muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden im Sinne einer effektiven Prävention, um mittelfristig die im Kinder- und Jugendreport hohen Zahlen an psychischen Problemen bei Kindern und Jugendlichen in MV zu senken“, so Dr. Armbrust abschließend.

Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit. Insgesamt sind bei der Krankenkasse in Mecklenburg-Vorpommern rund 160.000 Menschen versichert.

Pressekontakt:

Stefan Poetig

DAK-Gesundheit

Unternehmenskommunikation / Public Relations

Pressesprecher Mecklenburg-Vorpommern

Beuthstraße 6, 10117 Berlin

Tel.: 030 981 941 6 1127, Fax: 040 334 701 689 62

Handy: 0173 2462071

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