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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Ungarn/Orban/Todesstrafe

Stuttgart (ots) - Viktor Orban steht politisch schwer unter Druck. Seine eigenen Umfragewerte sinken, und seine rechtsnationale Fidesz-Partei hat zuletzt ein Direktmandat bei einer wichtigen Nachwahl zum Parlament verloren. Gewonnen hat der Kandidat der rechtsextremen Jobbik-Partei. Viktor Orban versucht diesen Trend zu stoppen, und ihm ist dabei offenbar jedes Mittel recht, auch die Anbiederung an das Publikum der Neonazis.

Schon vor dem politischen Irrlauf in Sachen Todesstrafe hat Orban ein härteres Vorgehen gegen Flüchtlinge und Asylbewerber gefordert und eine wesentlich härtere Bestrafung bei schweren Verbrechen verlangt. Einer, der diese martialischen Aussagen richtig einordnet, ist Jobbik-Chef Gabor Vona. Orban wolle eben auf der Popularitätswelle seiner Partei schwimmen. Der Ministerpräsident könnte sich aber gründlich verkalkulieren. Die zuletzt verlorene Nachwahl hat eines gezeigt: wenn die Wähler einen Politiker mit extrem rechten Ansichten wollen, dann machen sie ihr Kreuz auf dem Stimmzettel beim Original: der Jobbik-Partei.

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