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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Berlin/Volksentscheid/Tempelhof

Stuttgart (ots) - Wie kann es sein, dass sich eine Mehrheit in Berlin bei der Entscheidung über ein einzigartiges innerstädtisches Gebiet gebärdet wie eine folkloristische Ökospießer-Truppe, die bestimmt, dass hier kein Grashalm gebogen werden darf? In einer Stadt mit starkem Zuzug, Wohnungsmangel, steigenden Mieten bei niedrigen Einkommen, die grüner ist als viele andere Städte, die überdies zwei Drittel dieser Fläche hätte als Park behalten können?

Viele aber haben auch deshalb für Stillstand gestimmt, weil der späte Gegenentwurf so wenig überzeugend war - und das zunehmend in der Person von Klaus Wowereit. Die Mehrheit glaubt diesem Senat nicht, dass er das Projekt gut managen könnte. Das liegt zum einen am Regierungschef, der mit dem Flughafen-Desaster viel Vertrauen verloren hat. Es liegt aber auch an einem allgemein gewachsenen Widerwillen - nicht nur in Berlin, sondern überall - gegen patriarchal dekretierte Masterpläne mit wenig Beteiligung. Verloren jedenfalls haben alle: der Senat und seine Bürger.

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