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Mitteldeutsche Zeitung: Sachsens SPD-Fraktionschef Cornelius Weiss sieht "oberflächlichen Antifaschismus" in der DDR als Mitgrund für NPD-Erfolg in Sachsen

    Halle (ots) - Sachsens SPD-Fraktionschef Cornelius Weiss sieht den Erfolg der NPD in Sachsen unter anderem in "oberflächlichem Antifaschismus" während der DDR-Zeit begründet. Im Gespräch mit der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Sonnabend-Ausgabe) führte er mehrere Gründe auf, die seines Erachtens für den NPD-Erfolg verantwortlich sind. Zum einen werde ein Generationenkonflikt ausgetragen. Zudem sei die NPD sehr geschickt in Rückzugsgebiete des Staates eingedrungen, habe "ein Vakuum ausgefüllt", kümmere sich um alte Leute im Dorf, arbeite in Jugendclubs. Weiss verwies aber auch auf einen "Nachholbedarf in historischen Kenntnissen" in den neuen Ländern. "Wir haben uns in der DDR mit dem Antifaschismus gebrüstet, aber das war ein oberflächlicher Antifaschismus", sagte er. "Es wurde nie über Strukturen und Mechanismen der Diktatur gesprochen wegen der Parallelen zum Staatssozialismus der DDR." Weiss beklagte einen Mangel an Zivilcourage. Die etablierten Parteien müssten "mit aller Härte die Sachdebatte auch beim kleinsten Anlass suchen und sich dafür rüsten, indem sie sich genaue historische Kenntnisse über die Zeit des Nationalsozialismus aneignen", sagte Weiss. Die NPD ist seit 2004 im sächsischen Landtag vertreten.

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