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Mitteldeutsche Zeitung: Rente mit 67 Alters-Experte Börsch-Supan kritisiert "Sommerloch-Populismus" in der SPD

Halle (ots) - Der Vorschlag des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, den für 2012 geplanten Start in ein höheres Renteneintrittsalters aufzuschieben, stößt bei Rentenexperten auf scharfe Kritik. "Ich halte das für Sommerloch-Populismus", sagte der Leiter des Mannheimer Forschungsinstituts für Altersökonomie (MEA), Axel Börsch-Supan, der "Mitteldeutschen Zeitung" (Dienstags-Ausgabe). Gabriel erwecke den fälschlichen Eindruck, als sollten bereits von 2012 an die Menschen bis zum 67. Lebensjahr arbeiten, tatsächlich sei dies aber erst 2029 der Fall. "Dann werden wir eine völlig anderer Arbeitsmarktsituation haben als heute, die älteren Arbeitnehmern weitaus bessere Chancen bietet", sagte der Wissenschaftler. Durch den Geburtenrückgang würden Fachkräfte zunehmend knapp: "Die Unternehmen werden ihre Einstellung zu älteren qualifizierten Arbeitnehmern ändern, wenn der Nachwuchs ausbleibt. Die Beschäftigungschancen für Ältere werden in den kommenden Jahrzehnten tendenziell immer besser."

Anstelle populistischer Vorschläge solle die Politik "den Menschen die Alternativen zu einer moderaten Verlängerung ihrer Lebensarbeitszeit verdeutlichen: Entweder die Rentenbeiträge steigen auf 25 Prozent, mindern die Einkommen und verringern unsere Wirtschaftskraft. Man kann auch die Steuern massiv erhöhen, um die Bundeszuschüsse an die Rentenkassen aufzustocken. Oder man senkt das Rentenniveau deutlich ab und vergrößert die Gefahr der Altersarmut. Angesichts dessen ist eine um zwei Jahre verlängerte Lebensarbeitszeit bis zum Jahr 2029 zumutbar."

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