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Lausitzer Rundschau: Zu Fußball-WM/WM-Kader: Zum Erfolg verdammt

    Cottbus (ots) - Die Lausitzer Rundschau, Cottbus, zu Fußball-WM/WM-Kader:

    Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann bleibt seinem Credo treu und macht alles ein bisschen anders als seine Vorgänger. Mit der Nominierung des weitgehend unbekannten David Odonkor von Borussia Dortmund und der Ausbootung von Stürmer Kevin Kuranyi von Schalke 04 gelang Klinsmann gestern bei der Benennung des 23-köpfigen deutschen WM-Kaders mal wieder eine faustdicke Überraschung. Klinsmann, Sunny-Boy mit Wahl-Wohnsitz Kalifornien, hat seit seinem Amtsantritt nach der verkorksten Fußball-Europameisterschaft 2004 den mitunter etwas verstaubten Deutschen Fußball-Bund (DFB) fast komplett auf den Kopf gestellt. Bis auf die Personalie Bernhard Peters, ein ehemaliger Hockey-Trainer, den Klinsmann als Sportdirektor wollte, haben die hohen Herren in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main fast alles abgenickt: Gummi-Twist statt Konditions-Bolzen, amerikanische Fitness-Trainer statt Bundestorwarttrainer Sepp Maier, ein Berliner Luxus-Hotel statt einer abgeschiedenen Sportschule als WM-Quartier, Jens Lehmann statt Torwart-Titan Oliver Kahn als deutsche Nummer eins, Jugend statt abgehalfterter Altstars à la Didi Hamann, Christian Wörns & Co. Es gab und gibt kaum ein Feld, auf dem sich der Ex-Stürmer zusammen mit seinem Trainerstab und Manager Oliver Bierhoff nicht offensiv abgearbeitet hat. Und da passte es ins Bild, dass Klinsmann bei seiner WM-Nominierung ohne Rücksicht auf Namen und Verdienste Odonkor wie das Kaninchen aus dem Zylinder zauberte. Ob das Bündel der vielen Klinsmannschen Maßnahmen hilft, ein erfolgreiches Turnier zu spielen, wird sich ab 9. Juni erweisen. Klar ist indes bereits jetzt, dass der Bundestrainer mit seinem eigenwilligen Führungsstil bei der WM im eigenen Land zum Erfolg verdammt ist. Denn Klinsmann hat sich auf seinem unorthodoxen, aber konsequenten Weg auch viele Gegner geschaffen. Und gestern sind mit Sicherheit noch einige dazugekommen.

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