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Lausitzer Rundschau: Die Lausitzer Rundschau Cottbus zur Debatte um Kinderlosigkeit und Rente: Wer sich nicht vermehrt...

    Cottbus (ots) - Die Prozesse, die sich derzeit in Deutschland und der Welt abspielen, sind derart komplex, dass es manchem Polit-Profi bereits schwer fällt, einigermaßen den Überblick darüber zu bewahren, was da nun wie zusammenhängt. Ein Paradebeispiel liefert die Debatte, die sich an der neuesten Studie zur demographischen Entwicklung entzündet hat. Eine Hand voll Politiker aus der dritten bis siebten Reihe hat sich mit den unvermeidlichen "Experten" zusammengetan und fordert drakonische Strafen für Fortpflanzungsverweigerer. Motto: Wer sich nicht vermehrt, lebt verkehrt. Nun mögen drastische Rentenkürzungen für Kinderlose zwar die Rentenkasse entlasten. Eine Initialzündung für einen neuen Babyboom ist von ihnen aber nicht zu erwarten. Denn für den Verzicht auf Kinder gibt es Gründe - und die liegen nicht, wie gerne unterstellt wird, in erster Linie im Egoismus der Wohlstandsgesellschaft. Vielmehr hat die Entscheidung gegen den eigenen Nachwuchs vor allem mit Unsicherheit zu tun. Mit fehlenden Perspektiven. Mit befristeten, schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen. Mit der zunehmenden Notwendigkeit, die vertraute Lebenswelt auf der Suche nach einem Job zu verlassen. Und mit der Aussicht, Arbeits- und Wohnort weit häufiger wechseln zu müssen als das früher der Fall war. Ein Teil dieser Faktoren, die eine langfristige Lebensplanung und damit die Entscheidung für Kinder massiv erschweren, wird gängigerweise unter den Stichworten "Flexibilität" und "Mobilität" zusammengefasst - und paradoxerweise gerade von jenen gefordert, die nun den dramatischen Geburtenrückgang beklagen. Aber alles kann man nun mal nicht haben.

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