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Lausitzer Rundschau: Zänkische Islamkonferenz Warum die Treffen von Innenminister und Muslimverbänden scheitern

Cottbus (ots) - In Berlin hat sich die Sprecherin von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vorgestellt: Sawsan Chebli. Die 35-Jährige konnte sich die Anmerkung nicht verkneifen, dass vorher fast nur über ihren Glauben berichtet worden sei. Sie ist Muslimin. Chebli betonte, sie würde sich einen selbstverständlicheren Umgang damit wünschen. Recht hat die Frau. Muslime in bestimmten Positionen werden immer noch als etwas Besonderes angesehen und oft auf ihre Religionszugehörigkeit reduziert. Auch an diesem Punkt wäre es der Auftrag der Islamkonferenz gewesen, einen Beitrag für mehr Normalität beim Miteinander zu leisten. Schließlich gibt es rund vier Millionen Menschen in Deutschland, die dem Islam angehören. Doch das ist dem Gremium nicht gelungen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat deshalb gut daran getan, vorerst das Ende der wenig effizienten, weitgehend ohne einhellige Ziele agierenden Konferenz zu verkünden. Zu viele Lager mit unterschiedlichen Interessen hat es gegeben, gerade unter den Muslimen. Eine gemeinsame Vorstellung davon, wie Integration besser gelingen kann, ist nicht zu erkennen gewesen. Und die deutsche Seite hat die Konferenz zuletzt nur auf Sicherheitsfragen reduziert und so die Muslime einfach in die radikale, islamistische Ecke gedrückt, wo zweifellos nur eine Minderheit hingehört. Der Wille für positive Veränderung ist bei der zänkischen Konferenz somit nur vereinzelt zu spüren gewesen. Bis Mitte März soll nun geklärt werden, ob und wie es weitergehen kann. Grundvoraussetzung dafür sind mehr Ehrlichkeit und Unvoreingenommenheit. Nur dann macht eine Neuauflage wirklich Sinn.

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