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Lausitzer Rundschau: Wann, wenn nicht heute Zum Energiekonzept der Bundesregierung

Cottbus (ots) - Sie wirken, die Nachrichten zuerst aus Schwedens Hauptstadt Stockholm und jetzt aus Berlin. Da wird der Abschied vom Kohlezeitalter beschworen und die grüne Zukunft ausgemalt. Dass die Regierenden im Norden wie hier an der Spree damit auch ihre Nuklearpläne schönreden wollen, ist offenkundig. Denn gleichzeitig als Klimakiller und als Atommüllproduzent zu agieren, ist wohl kaum noch möglich. Also wurde Vattenfall in den grünen Mantel gedrängt und hat Angela Merkel sich als Vorreiterin der erneuerbaren Energie positioniert. Da ist auf Dauer wenig Platz für die Bagger der Lausitz und die kohlebefeuerten Kraftwerke. Nun weiß keiner, ob und wann es so kommt, wie jetzt verkündet. Aber es hilft auch nichts, so zu tun, als seien diese Pläne unverbindliche Absichtserklärungen. Deswegen auch melden sich jetzt in der Lausitz immer mehr Stimmen, die eine Debatte um die Zukunft der Region fordern. Und diese Forderung ist verbunden mit dem Hinweis darauf, dass es höchste Zeit sei, sich von der Bestandspflege zu verabschieden und über neue Wege nachzudenken. Interessant dabei ist es, dass vor allem in den Oppositionsparteien des Potsdamer Landtags ein Umdenken stattfindet. Bislang waren CDU und FDP fixiert auf die Verteidigung der alten Wertschöpfungsketten der Lausitz. Wenn sie sich jetzt allmählich darauf konzentrieren, über eine Wirtschaftsstruktur nach dem Abschied von der Kohleverstromung nachzudenken, wird es spannend. Denn die beiden Parteien stellen in Berlin genau die Regierung, die verantwortlich sein will für die energiepolitische Kurskorrektur. Liberale und Christdemokraten sind also in der Pflicht. Der Umbau der einseitigen Industrielandschaft einer Region war im Übrigen schon immer eine weit über ihre Grenzen hinausgehende Aufgabe. Dies gilt auch für die Lausitz. Das Land Brandenburg wird dabei wenig helfen können. Viel mehr hängt von der Bundesregierung ab, die den Kurswechsel versucht. Wann also, wenn nicht heute, ist es an der Zeit, sich dort zu melden mit dem dringenden Hinweis auf die Probleme, die hier drohen. Die Energieregion Lausitz darf kein Opfer der Energiestrategie der Nation werden. Und um dies zu verhindern, fährt man am besten gleich nach Berlin und erspart sich den Umweg über Potsdam.

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