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Lausitzer Rundschau: Diskussion um die Vertretung der Sorben

Cottbus (ots) - Die Sorben werden derzeit als Volk in ihren politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Interessen nicht angemessen repräsentiert. Der Domowina Bund Lausitzer Sorbene.V., der sich die Interessenvertretung seines Volkes auf die Fahnen geschrieben hat, stellt nichts weiter dar als einen Zusammenschluss von Vereinen. Man kann auf ihn hören, muss es aber nicht. Auf der anderen Seite stehen die Stiftung für das Sorbische Volk, die hauptsächlich für das Verteilen des den Sorben zugedachten Geldes verantwortlich ist, und Beiräte der Landtage in Sachsen und Brandenburg, die sich mit sorbischen Angelegenheiten beschäftigen. In all diesen Gremien stehen die Sorben, ebenso wie in der Gesamtbevölkerung, als Minderheit da. Ihr Einfluss reicht nicht aus, um über die existenziellen Fragen des eigenen Volkes selbst zu entscheiden; sie sind vom Wohlwollen der deutschen Mehrheit abhängig. Ein aus demokratischen Wahlen hervorgehendes sorbisches Parlament - ob nun als "Serbski Dom" oder wie auch immer bezeichnet - kann die Probleme sicher nicht auf einen Schlag lösen. Auch eine solche Körperschaft ist von ihrer Finanzausstattung abhängig, über die in der Mehrzahl Deutsche entscheiden werden. Und doch wird sie den sorbischen Interessen größeres Gewicht verleihen können. Sich über ein demokratisch legitimiertes Organ des sorbischen Volkes hinwegzusetzen, ist politisch weitaus schwerer zu rechtfertigen, als im Umgang mit den bisherigen sorbischen Interessenvertretern. Von daher ist es den Sorben zu wünschen, dass sie den nun eingeschlagenen Weg konsequent bis zum Ende gehen.

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