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Lausitzer Rundschau: Zu den Parteiengesprächen in Thüringen und im Saarland Der Inhalt entscheidet

    Cottbus (ots) - Es sind erfrischende Nachrichten aus Thüringen und dem Saarland, wo in einem Falle ein Landesverband der SPD, im anderen ein kleiner, aber agiler Haufen von Grünen den Gang der Dinge eigenständig und losgelöst von scheinbar übergeordneten parteitaktischen Überlegungen bestimmt. Es gibt also jenseits von Schwarz-Gelb noch etwas anderes als den deprimierenden Selbstfindungsprozess der Sozialdemokraten und den hemmungslosen Run der Linkspartei auf die Dienstwagen. Denn die Antwort auf den Wahlsieg des Duos Merkel-Westerwelle kann ja nicht in erster Linie darin bestehen, jetzt die Reihen fest zu schließen und in einer Art Volksfront-Strategie neue Mehrheiten im Zusammenrechnen der rot-rot-grünen Wähleranteile herbeizuträumen. Denn das kleine bisschen Mehr, das am Wahlsonntag fehlte zur Verhinderung der schwarz-gelben Pläne setzt viel mehr voraus. Die Enttäuschung über den Kurs der SPD mündet noch lange nicht in der Begeisterung für die Linkspartei. Und die Grünen wissen auch längst, dass ihre einst selbstverständliche Gefolgschaft zur Sackgasse werden kann. Ausgerechnet im kleinen Saarland des Oskar Lafontaine, wo der Ausgang der Regierungsbildung noch völlig offen ist, wird überdeutlich, dass so einfach die Dinge nicht liegen, wie sie der gewesene SPD-Vorsitzende gerne gemalt hätte. Dort hat die Linkspartei aus machttaktischen Überlegungen einen gnadenlosen Wahlkampf gegen die Grünen geführt - und nicht zuletzt deswegen dauert es auch lange genug, bis klar wird, wohin die Reise geht. Es wird - so das gute Signal aus Saarbrücken und Erfurt - bei den Parteien, die jetzt im Bund die Opposition stellen, vor allem auf die Inhalte ankommen.

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