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Lausitzer Rundschau: Große Koalition stoppt Diätenerhöhung: Sieg der Vernunft

Cottbus (ots)

Na bitte, warum nicht gleich so? Die hoch
umstrittene Anhebung der Diäten wurde von der Großen Koalition 
abgeblasen, noch bevor eine formelle Abstimmung darüber im Bundestag 
stattfinden sollte. Es war die einzig vernünftige Entscheidung, um 
die öffentliche Empörung nicht noch weiter anschwellen zu lassen. 
Wohlgemerkt: Auch Bundstagsabgeordnete haben ein Recht auf 
ordentliche Bezahlung. Qualifiziertes Personal ist schließlich nicht 
zum Nulltarif zu haben. Der Plan, sich innerhalb weniger Monate einen
zweiten kräftigen Gehaltszuschlag zu genehmigen, zeugte jedoch von 
einer Maßlosigkeit, die noch bei der ersten Gesetzesänderung Ende 
2007 ausgeschlossen schien. Damals wurde nämlich festgelegt, dass die
nächste Diätenanpassung "frühestens im Jahr 2010" fällig sei. Umso 
unverständlicher, warum die Fraktionsspitzen von Union und SPD davon 
plötzlich nichts mehr wissen wollten. Das Grundproblem bleibt 
allerdings auch nach ihrem Rückzieher bestehen: Die nächste 
Diskussion über eine Anhebung der Bezüge kommt bestimmt. Und die 
Einwände dagegen werden genauso zahlreich sein wie jetzt, obwohl die 
Orientierung an der Bezahlung von Richtern und Bürgermeistern in 
Ordnung geht. Die Konsequenz kann nur in einer grundlegenden 
Strukturreform der Abgeordnetenvergütung bestehen. Stichwort 
Kostenpauschale: Während Arbeitnehmer brav Rechnungen sammeln müssen,
um ihre Werbungskosten geltend zu machen, erhalten Abgeordnete von 
vornherein ein zusätzliches Salär. Hier bündeln sich praktisch alle 
Vorteile, die das deutsche Steuerrecht zu bieten hat. Beispiel 
Altersversorgung: Schon wenige Jahre Parlamentszugehörigkeit sichern 
eine Pension, deren Höhe ein Durchschnittsverdiener in seinem ganzen 
Arbeitsleben nicht erreicht. Und zwar ohne, dass der Abgeordnete 
dafür auch nur einen Cent eingezahlt hätte. Deutlich höhere Diäten 
lassen sich nur dann rechtfertigen, wenn endlich Transparenz bei den 
Zusatzleistungen einkehrt und Abgeordnete selbst für ihre 
Altersversorgung aufkommen müssen.

Pressekontakt:

Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
lr@lr-online.de

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