Deutscher Kinderschutzbund e.V.

Zahl der 'Kinder in Armut' steigt dramatisch
Der Kinderschutzbund fordert Kurswechsel

    Hannover (ots) -

    Die Bundesmitgliederversammlung 2006 des Deutschen     Kinderschutzbundes fordert in ihrer Resolution einen Kurswechsel     der Politik. Die Zahl der Kinder in Armut ist noch einmal       dramatisch gestiegen.

    Nach der Studie des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes lag im August 2005 allein die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die nach Inkrafttreten der HARTZ IV-Regelungen Anfang 2005 in Bedarfsgemeinschaften auf Sozialhilfeniveau leben, bereits bei 1,5 Millionen.

    Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit weist im März 2006 einen Anstieg um weitere 290.000 aus, d.h. es sind jetzt bereits 1,79 Millionen Kinder. Rechnen wir die Jahrgänge der 15 bis 18jährigen dazu (nach der UN-Konvention über die Rechte des Kindes gehören sie zu den Kindern) und die Kinder, die Leistungen nach SGB XII und dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, leben heute 2,2 Millionen Kinder auf Sozialhilfeniveau. Damit hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder seit Ende 2004 verdoppelt.

    Für die betroffenen Kinder bedeutet das eine dramatische Minderung ihrer Chancen auf einen guten Schulabschluss, auf ein Leben in Gesundheit, auf Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten und ein entwicklungsförderndes und ausgeglichenes Familienleben. Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, fordert einen Kurswechsel bei den familienpolitischen Leistungen. - Kinder haben Anspruch auf ein eigenes elternunabhängiges Existenzminimum. Erst dann kann von einer kindorientierten Politik gesprochen werden, die sowohl Armut als auch ihre Folgen für Kinder bekämpft.

    Die alleinige Orientierung an Freibeträgen und steuerlichen Absetzungsmöglichkeiten der Regierung begünstigt besser verdienende Familien. Jüngstes Beispiel für diese Begünstigung - nach der Einführung der Absetzbarkeit von Freibeträgen für Kinderbetreuungskosten - ist der Beschluss der Bundesregierung zum Elterngeld.

    Es beträgt 67 % des letzten monatlichen Nettoeinkommens (max. 1.800 EURO), wird 12 Monate gezahlt mit einem Partnerbonus für weitere zwei Monate, also maximal 14 Monate. Das bisherige Erziehungsgeld wurde 24 Monate in erster Linie für Geringverdiener und Alleinerziehende gezahlt, der Sockelbetrag liegt jetzt bei 300 EURO und die Bezugsdauer beträgt nur noch 12 Monate. Dies ist eine erhebliche Benachteiligung für Geringverdiener und Alleinerziehende. Steuerliche Erleichterungen oder Zahlungen, die an das Einkommen der Eltern gekoppelt sind, erreichen gerade benachteiligte Kinder nicht.

    Die Zukunft unserer Kinder wird heute entschieden - wir verlangen ein Ende der Politik der kleinen Schritte. Der Deutsche Kinderschutzbund fordert die Bundesregierung auf, endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden, den dramatischen Anstieg der Kinderarmut zu stoppen und für die 2,2 Millionen armen Kinder sofort umfassende Hilfe und Unterstützung bereitzustellen.

    Die Resolution 'Kinder in Armut' - der Deutsche Kinderschutzbund     fordert Kurswechsel der Politik finden Sie unter     www.kinderschutzbund.de

Pressekontakt:
Deutscher Kinderschutzbund
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Birgit Pohl
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