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GEA konzentriert Technologiezentrum für industrielle Biotechnologie am Standort Sarstedt

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GEA hat sein Pilotzentrum für Biotechnologie nach Sarstedt verlagert — mit vier Millionen Euro Investition und drei Jahren Erfahrung aus Hildesheim im Gepäck. Im neuen Application and Technology Center testen Unternehmen, ob sich Präzisionsfermentation und Zellkultivierung vom Labor in die industrielle Produktion übertragen lassen — bevor Kapital in eine Anlage fließt. Bei der Eröffnung sprachen Bürgermeisterin Heike Brennecke, GEA-Vorstand Klaus Stojentin. New-Food-Leiterin Frederieke Reiners sowie die Partner BFF (Niederlande) und Solar Foods (Finnland). Bildmaterial von der Veranstaltung steht zum Download bereit.

GEA konzentriert Technologiezentrum für industrielle Biotechnologie am Standort Sarstedt

  • GEA investiert vier Millionen Euro in Umbau und Ausstattung eines neuen Application and Technology Center in Sarstedt und baut auf drei Jahren Praxiserfahrung auf.
  • Das Zentrum unterstützt Unternehmen dabei, biotechnologische Prozesse vom Labor in praxisnahe Pilotmaßstäbe zu überführen.
  • Rund 240 Mitarbeitende arbeiten künftig am Engineering-Standort Sarstedt.
  • Schwerpunkte sind Präzisionsfermentation, Zellkultivierung und weitere biotechnologische Herstellungsverfahren.
  • Biotechnologische Verfahren können unter anderem Proteine als Alternativen zu Fisch-, Fleisch und Milchprodukten sowie weitere funktionelle Inhaltsstoffe wie Enzyme, Aminosäuren, Vitamine und Aromen erzeugen.

Düsseldorf, 2. Juli 2026 – GEA hat sein Application and Technology Center (ATC) für Biotechnologie und New Food von Hildesheim an den Standort Sarstedt verlagert. Das Zentrum arbeitet seit 2023, drei Jahre Pilotbetrieb und Kundenprojekte fließen direkt in die Arbeit in Sarstedt ein. Es unterstützt Unternehmen aus der Lebensmittel-, Zutaten- und Biotechnologiebranche dabei, Produktionsprozesse für Präzisionsfermentation, Zellkultivierung und weitere biotechnologische Anwendungen im Pilotmaßstab zu entwickeln und zu testen.

GEA investierte vier Millionen Euro in den Umbau und die Ausstattung einer bestehenden Halle auf dem Gelände der GEA Liquid Technologies GmbH, die seit Jahrzehnten Kompetenzen in der Flüssigkeits- und Prozesstechnologie für alkoholfreie Getränke, Milchverarbeitung und nun auch für New Food bündelt. Rund 200 Mitarbeitende in Engineering, Vertrieb, Automatisierung und Service sind am Standort bereits tätig; durch den Einzug des ATC kommen 40 hinzu.

Mit der Zusammenführung rückt das ATC direkt an die vorhandene Ingenieur- und Prozesskompetenz des Standorts heran. Kunden, die ihre biotechnologischen Verfahren im Zentrum testen, können von der ersten Pilotphase bis zur Planung einer industriellen Anlage auf dasselbe Team zurückgreifen.

„Das neue GEA-Technologiezentrum stärkt Sarstedt als Standort für Engineering, Technologie und qualifizierte Arbeitsplätze. Es ist ein wichtiges Signal, dass Zukunftsthemen wie Biotechnologie hier nicht nur diskutiert, sondern konkret bearbeitet werden“, sagte Heike Brennecke, Bürgermeisterin der Stadt Sarstedt.

„New Food und Biotechnologie brauchen Orte, an denen sich entscheidet, ob aus einem vielversprechenden Prozess eine tragfähige industrielle Anwendung werden kann“, sagte Klaus Stojentin, CEO der GEA Division Nutrition Plant Engineering. „In Sarstedt verbinden wir Pilotinfrastruktur mit Engineering- und Prozesskompetenz. So können Unternehmen ihre nächsten Schritte auf belastbarere Daten stützen.“

Vom Laborergebnis zur belastbaren Investitionsentscheidung

Der Schritt vom Labor in die industrielle Produktion gehört zu den anspruchsvollsten Phasen in der Entwicklung biotechnologischer Prozesse. Ein Organismus kann im Labor ein gewünschtes Produkt herstellen, eine Zelllinie kann wachsen und ein erster Prototyp kann überzeugen. Ob daraus ein wirtschaftlich tragfähiger Prozess wird, zeigt sich jedoch erst bei der Übertragung in größere und stärker integrierte Prozessschritte.

Im ATC können Unternehmen früh prüfen, ob sich ein Verfahren stabil wiederholen lässt und welche Produktqualität erforderlich ist. Dafür verbindet GEA Bioreaktoren im Bereich von 50 bis 500 Litern mit vor- und nachgelagerten Prozessschritten: Vorbereitung der Nährmedien, Separation der Zellmasse, Filtration, hygienische Prozessführung und Automatisierung. Das schafft eine belastbarere Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe – etwa für Pilotierung mit Lebensmittelzulassung, die Zusammenarbeit mit Produktionspartnern oder die Planung einer industriellen Anlage.

„Ein gutes Laborergebnis schafft Interesse. Ein belastbarer Prozess schafft Vertrauen“, sagte Frederieke Reiners, Head of New Food & Biotech bei GEA. „Manchmal ist das wichtigste Ergebnis eines Tests auch ein klares Nein – etwa wenn ein Prozess noch nicht stabil genug ist oder seine Kostenstruktur nicht trägt. Diese Erkenntnis kann Unternehmen viel Zeit und Kapital ersparen.“

Biotechnologie mit Anwendungen weit über New Food hinaus

Präzisionsfermentation und Zellkultivierung werden öffentlich häufig mit neuen Proteinquellen verbunden. Ihre Anwendungen reichen jedoch weiter: Biotechnologische Verfahren können unter anderem Proteine, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine, Aromen und weitere funktionelle Inhaltsstoffe für Ernährung, Futtermittel und Gesundheitsprodukte erzeugen. Viele Prozessschritte ähneln sich, unterscheiden sich jedoch je nach Organismus, Produkt und Zielanwendung.

Die Entwicklung im New-Food-Bereich dauert länger, als frühe Erwartungen vermuten ließen. Finanzierung, Regulierung, Produktionskosten und Skalierung bestimmen, wie schnell neue Verfahren den Markt erreichen. Für GEA ist entscheidend, ob sich biotechnologische Prozesse sicher, stabil und wirtschaftlich in die industrielle Praxis überführen lassen.

Dabei geht es nicht darum, bestehende Lebensmittelproduktion oder Landwirtschaft zu ersetzen. Neue biotechnologische Verfahren können zusätzliche Produktionswege für ausgewählte Zutaten eröffnen – etwa dort, wo Rohstoffe, Klima, Tiergesundheit oder globale Lieferketten unter Druck geraten.

Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung

Deutschland verfügt über starke Kompetenzen in Forschung, Maschinenbau, Prozessindustrie und Lebensmittelproduktion. Damit daraus industrielle Biotechnologie im größeren Maßstab entstehen kann, müssen diese Kompetenzen enger zusammenwirken. Dafür braucht es neben Forschung und Finanzierung auch Pilotinfrastruktur, in der Unternehmen technische und wirtschaftliche Annahmen frühzeitig prüfen können.

Die Bundesregierung hat Präzisionsfermentation und industrielle Biotechnologie zuletzt stärker als Zukunftstechnologien adressiert. Für GEA ist entscheidend, dass daraus belastbare industrielle Strukturen entstehen: mit geeigneter Pilotinfrastruktur, planbaren regulatorischen Verfahren und Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Das ATC in Sarstedt ist ein Baustein in dieser Entwicklung. Es verbindet erste Laborergebnisse mit der Frage, ob ein Prozess in größerem Maßstab verlässlich funktioniert und die nächste Investitionsentscheidung rechtfertigt.

Bei der Eröffnung zeigten Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Biotechnologie, wie sich diese Entwicklung beschleunigen lässt. Dabei ging es auch um die Rolle von Partnern wie der Biotechnology Fermentation Factory in den Niederlanden, die Food-grade-Pilotkapazitäten aufbaut, und Solar Foods aus Finnland, das sein fermentationsbasiertes Protein Solein bereits im industriellen Demomaßstab produziert.

Profil: GEA Application and Technology Center Sarstedt

  • Funktion: Pilotinfrastruktur für biotechnologische Produktionsverfahren
  • Vorgeschichte: Betrieb seit 2023 in Hildesheim; Verlagerung nach Sarstedt 2026
  • Investition: 4 Mio. Euro in Umbau und Ausstattung
  • Schwerpunkte: Präzisionsfermentation, Zellkultivierung, weitere biotechnologische Verfahren
  • Bioreaktoren: 50 bis 500 Liter
  • Prozessschritte: Medienvorbereitung, Fermentation, Separation, Filtration, hygienische Prozessführung, Automatisierung
  • Zielgruppen: Unternehmen aus Biotechnologie, Biomanufacturing, Lebensmittel- und Zutatenindustrie
  • Ziel: Technische und wirtschaftliche Annahmen früh prüfen, bevor Kapital in die nächste Produktionsstufe fließt

Profil: GEA Liquid Technologies GmbH, Sarstedt

  • Standort: Sarstedt, Niedersachsen
  • Mitarbeitende: ca. 240 (nach Umzug des ATC)
  • Tätigkeitsfelder: Engineering, Vertrieb, Automatisierung, Einkauf, Finanzen, Service und Montage
  • Schwerpunkte: Engineering- und Technologieentwicklung für alkoholfreie Getränke, flüssige Milchverarbeitung in der DACH-Region, New Food und Biotechnologie; Fertigung erfolgt an anderen GEA-Standorten
  • Rolle des Standorts: Entwicklung, Planung und Betreuung kundenspezifischer Prozesslösungen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie Produktion: keine Fertigung am Standort Sarstedt; Anlagen und Komponenten werden an anderen GEA-Standorten gefertigt
  • Gesellschaftliches Engagement:
    • EXPLORE Sciencenter Hildesheim (MINT-Bildungsförderung): 15.000 EUR
    • Deutsche Kinderkrebsstiftung Bonn: 5.000 EUR
    • Freie und Jungendhilfe e. V. Mölln: 5.000 EUR

HINWEISE AN DIE REDAKTION

Kontakt Media Relations
GEA Group Aktiengesellschaft
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Telefon +49 211 9136-1504
 fanny.foerster @gea.com
Über GEA
GEA ist weltweit einer der größten Systemanbieter für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. Der 1881 gegründete und international tätige Technologiekonzern fokussiert sich dabei auf Maschinen und Anlagen sowie auf anspruchsvolle Prozesstechnik, Komponenten und umfassende Service-Dienstleistungen. So wird beispielsweise jeder zweite Pharmaseparator für essenzielle Gesundheitsprodukte wie Impfstoffe oder neuartige Biopharmazeutika von GEA hergestellt. Im Lebensmittelbereich wird jede vierte Nudelpackung oder jedes dritte Hähnchen-Nugget mit Technologie von GEA verarbeitet. 

Mit mehr als 18.000 Beschäftigten erwirtschaftete der Konzern im Geschäftsjahr 2025 in über 150 Ländern einen Umsatz von rund 5,5 Mrd. EUR. Weltweit verbessern die Anlagen, Prozesse und Komponenten von GEA die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Produktion von Kunden. Sie tragen erheblich dazu bei, den CO2-Ausstoß, den Einsatz von Plastik und Lebensmittelabfall zu reduzieren. Dadurch leistet GEA einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft, ganz im Sinne des Unternehmensleitbildes: „Engineering for a better world“.

GEA ist im DAX und im STOXX® Europe 600 Index notiert und ist darüber hinaus Bestandteil der führenden Nachhaltigkeitsindizes DAX 50 ESG, MSCI Global Sustainability sowie Dow Jones Best-in-Class World und Best-in-Class Europe.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter gea.com.
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Über GEA Foundation
Die GEA Foundation, 2025 von der GEA Group gegründet, unterstützt globale und lokale Projekte in den Bereichen MINT-Bildung, Kinderarmutsbekämpfung, Infrastrukturzugang und Katastrophenhilfe. Im Rahmen der Mission 30-Strategie verpflichtet sich GEA, ein Prozent des jährlichen Konzernergebnisses für den Aufbau resilienter Gemeinschaften zu spenden.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter gea.com/foundation

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