Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
Verhaltene Nachfrage am Bau
April-Zahlen: Reale Aufträge leicht über Vorjahresniveau, Investoren halten sich zurück, noch keine Trendwende im Wohnungsbau
Das Statistische Bundesamt meldete für das deutsche Bauhauptgewerbe1,2 für den Monat April 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat ein leichtes reales Orderplus von 0,6 Prozent, zum Vormonat3 wurde eine Stagnation gemeldet. Für die ersten vier Monate ergibt sich ein Rückgang von real 1,2 Prozent. „Die Investoren halten sich angesichts der Unsicherheiten und partieller Preissteigerungen bei Baumaterialien mit neuen Aufträgen deutlich zurück. Auch das Orderplus im Wohnungsbau deutet noch keine Trendwende an. Lediglich das Plus im Straßenbau könnte zeigen, dass die öffentlichen Mittel endlich fließen.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die heute veröffentlichten Konjunkturindikatoren für den Bau. Angesichts der wieder steigenden Baugenehmigungszahlen sei der Anstieg beim Auftragseingang im Wohnungsbau von real 6 Prozent aber eher enttäuschend. Schließlich werde für die ersten vier Monate noch ein Minus von 1,1 Prozent ausgewiesen „Genehmigungen sind keine Aufträge. Die Bauherren warten erst einmal ab. Solange die weltwirtschaftliche und somit auch die konjunkturelle Lage in Deutschland so volatil ist, wird sich daran auch vorerst nichts ändern.
“Derzeit profitiert die Branche vom Auftragsplus des Vorjahres, das im Umsatz angekommen ist: Für April wird ein Anstieg von real 3,6 Prozent gemeldet. Aufgrund der witterungsbedingten Einbrüche zu Jahresanfang wird für den Zeitraum von Januar bis April aber immer noch ein Umsatzminus von real 2,6 Prozent ausgewiesen. Müller: „Der aktuelle Auftragsbestand zu Ende März mit einem realen Plus von 6,7 Prozent wird die Produktion und somit den Umsatz noch eine gewisse Zeit tragen. Hoffen wir also, dass die neue Dynamik der Bundesregierung sich nun auch in Aufträgen widerspiegelt.“
Auf diesen Impuls wartet die Branche: Denn auch die Forschungsinstitute haben ihre Prognosen der Bauinvestitionen unisono nach unten revidiert. Im Durchschnitt rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute für 2026 nun mit einem Rückgang von real 0,3 Prozent, im März wurde noch ein Plus von 1,7 Prozent erwartet. Mit dazu beigetragen hat neben der vorsichtigeren Investitionstätigkeit der Unternehmen und der privaten Bauherren sowie dem schleppenden Mittelabflusses bei der Öffentlichen Hand auch der Anstieg der Baupreise. Im Durchschnitt wird jetzt mit einem Plus von 3,6 Prozent gerechnet; im März wurde noch + 3,3 Prozent erwartet.
Lediglich für den Straßenbau hätten die Unternehmen im April mit real + 10,6 Prozent endlich einen deutlicheren Auftragszuwachs gemeldet. „Ein gutes Zeichen, das sich hoffentlich fortsetzt: Denn nur, wenn es nicht bei dem einen Auftragsplus bleibt, können wir eine nachhaltige Wende im Vergabeverhalten der öffentlichen Auftraggeber erwarten“, beurteilt Müller die aktuelle Entwicklung.
Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis).
1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 preis-, saison- und kalenderbereinigt
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