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VDA-Geschäftsführer Bräunig: "Ohne Zulieferer geht gar nichts!"/Die deutschen Zulieferer zeigen auf der 67. IAA Nutzfahrzeuge in Hannover ihre Innovationen

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Hannover (ots) - MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Vollelektrische Stadtbusse, teilautonom fahrende Lkw und digital vernetzte Transporter - auf der 67. IAA Nutzfahrzeuge in Hannover wird deutlich, dass die Zukunft des Transportwesens bereits begonnen hat. Unter dem Motto "Driving Tomorrow" zeigen über 2.100 Aussteller 435 Weltpremieren. Im Fokus der Öffentlichkeit stehen dabei meist die großen Hersteller wie Volkswagen, MAN oder Daimler. Doch deren Hightech-Produkte wären nicht realisierbar ohne die Innovationen der Zulieferbetriebe, betont Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie:

O-Ton Klaus Bräunig

Ohne Zulieferer geht gar nichts. Wir haben rund 1.000 Zulieferer aller Größenklassen aus aller Welt. Keine andere Automesse bietet eine solche Vielfalt. Damit meine ich nicht die Zahl allein, sondern es zeigt, dass die über 70 Prozent Wertschöpfung, die die Zulieferer in der Kette in der Automobilindustrie an Innovationen und Produktionen bieten, sich hier ausdrückt. (0:25)

Und so zeigen die Zulieferbetriebe in den nächsten sieben Tagen (noch bis 27. September) in Hannover einmal mehr, wie sie den Personen- und Gütertransport zukunftsfähig machen. Bei ZF aus Friedrichshafen dreht sich in diesem Jahr alles um das Thema saubere und autonome Logistik. Zwei Jahre nach dem "Innovation Truck" präsentiert das baden-württembergische Unternehmen jetzt den "Innovation Van", der die Paketzustellung in deutschen Städten stressfreier und emissionslos machen soll. Insbesondere die Belastung der Luft in Städten wird mit dem vollelektrischen Transporter dadurch deutlich reduziert. ZF investiert intensiv in die Elektromobilität, sagt ZF-Geschäftsführer Wolf-Henning Scheider:

O-Ton Wolf-Henning Scheider

Wie elektrifizieren im Prinzip alle Fahrzeug-Kategorien, vom Pkw über das leichte Nutzfahrzeug bis zum schweren Lastwagen. Zum Beispiel im Lieferverkehr für Supermärkte in der Innenstadt, also mit mittleren Lkws und vor allem im Stadtbus-Bereich. Die ganzen Busse, die in unseren Städten fahren, die elektrifizieren wir. Da haben wir auch schon Aufträge für über 1.000 elektrische Achsen, die in Busse eingebaut werden. Das haben wir uns zum Ziel gesetzt, dass wir dort womöglich auch die Nutzfahrzeuge konsequent elektrisch ausstatten. In diesem Feld wollen wir auch marktführend sein. (0:35)

Das Thema Logistik ist auch die Kernkompetenz der Firma Dako aus Jena. Das Unternehmen stellt Hard- und Software-Lösungen, also Bordcomputer und Apps her. Die Technik soll Logistikunternehmen bei der komplizierten Tourenplanung helfen und die Fahrt zu jedem Zeitpunkt optimieren. Tina Gersuni von Dako:

O-Ton Tina Gersuni

Man stelle sich vor, man hat als Spedition 50 Standorte, man hat 120 Fahrzeuge, man hat 50 bis 70 Fahrer und ein Dutzend Aufträge, die man jetzt mit Lieferzeitfenster - 'just in time' ist ein großes Thema - beliefern muss. Es ist gar nicht mehr menschenmöglich, das Optimum rauszufinden. Es ist leider auch nicht einfach zu sagen: 'Okay, wir halten jetzt in Erfurt, Halle, Chemnitz und fahren dann zurück nach Jena'. Es gibt ja die Lieferzeitfenster, kann ja sein, dass Leipzig viel früher beliefert werden muss als Gera, Erfurt und dann wird es schon extrem schwierig. (0:39)

Um diese logistischen Herausforderungen in Zukunft meistern zu können, spielt Vernetzung die entscheidende Rolle. Sie ist der Hebel, um mehr Effizienz, aber auch Sicherheit ins Transportsystem zu bringen. So beliefert Bosch die Lkw-Hersteller mit intelligenten Telematik-Plattformen, die vorausschauende Diagnosen ermöglichen. Schon jetzt überwachen Service-Center des Unternehmens mithilfe entsprechender Sensorik den Zustand besonders kritischer oder sogar lebenswichtiger Gütertransporte, etwa von Blutplasma - und das rund um die Uhr. Rolf Bulander, Mobilitätschef bei Bosch:

O-Ton Rolf Bulander

Mobilität in Zukunft wird vernetzte Mobilität sein. Wir werden nicht mehr nur von Autos sprechen oder nur Lkw. Wir werden von einer Personenmobilität, die alle Verkehrsträger beinhaltet, sprechen. Weil wir sonst das Volumen an Menschen, die transportiert werden müssen, gar nicht beherrschen können und bei den Gütern wird es haargenau dasselbe sein. Wenn Sie sich vorstellen, wie viele Päckchen ankommen und wie viele Päckchen einzeln angeliefert werden - das schreit nach gesteuerten Lösungen, um Transportfahrten nach unten zu bekommen. Dazu brauchen wir Internet, dazu brauchen wir Vernetzung. (0:38)

Natürlich spielt in Hannover auch das Thema Sicherheit eine große Rolle. Continental beispielsweise präsentiert einen Blick in die Zukunft des Rechtsabbiegeassistenten für Lkw. In den nächsten Jahren werden diese Assistenzsysteme durch die gemeinsame Nutzung von Radar- und Kameradaten noch zuverlässiger und damit wirkungsvoller, prognostiziert Nikolai Setzer, Continental-Vorstandsmitglied:

O-Ton Nikolai Setzer

Wir haben ja sehr viele Sicherheitsleistungen, die zugegebenermaßen häufig von der Pkw-Seite entwickelt wurden, weil dort die Nachfrage in größeren Stückzahlen früher da ist. Und das wird jetzt auf die Lkw-Welt appliziert. Und der Abbiegeassistent, der Spiegel, der nach innen digitalisiert ist, all das sind Lösungen, um dem Fahrer die Möglichkeit zu geben, dass er nicht in den Spiegel reingucken muss, sondern der Spiegel ihm das sagt, was er draußen sehen würde, wenn er hingucken würde. Und das sind natürlich tolle Möglichkeiten für die Zukunft. Und wir haben dafür auch viele Lösungen im Angebot. (0:30)

Es lohnt sich also, in Hannover nicht nur die Hallen der großen Hersteller zu besuchen. Mindestens genauso faszinierend sind die Produkte und Innovationen der Zulieferer, empfiehlt VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig:

O-Ton Klaus Bräunig

Die größte Ausstellergruppe sind die Zulieferer. Und das zeigt, dass sie hier voll teilnehmen und man sieht manchmal bei den Zuliefererständen die technologische Entwicklung noch besser, bevor sie im Endprodukt verbaut ist oder zur Anwendung kommt. Das finden Sie nur auf einer realen Messe und nicht nur digital. Und deswegen ist das, glaube ich, eine gute Chance und ich kann nur jeden einladen, sich diese 67. IAA Nutzfahrzeuge nicht entgehen zu lassen. (0:29)

Abmoderation:

Was die deutschen Zulieferer zu bieten haben, das können Sie bis zum 27. September auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover sehen. Dort präsentieren mehr als 2.100 Aussteller ihre Innovationen rund um die Themen Digitalisierung, Vernetzung, automatisiertes Fahren sowie die Elektromobilität.

Pressekontakt:

VDA, Eckehart Rotter, 030 897842 120
all4radio, Hannes Brühl, 0711 3277759 0

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