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Von Carl Benz bis in die Gegenwart

Frankfurt am Main/Berlin (ots)

Es war ein weiter Weg von Carl Benz' Motorwagen zum ausgereiften Serienauto der Gegenwart. Auf der 64. IAA Pkw wird diese eindrucksvolle Entwicklungsgeschichte greifbar: Die Oldtimer-Sonderschau zeigt in Halle 6.1 historische Fahrzeuge aus 125 Jahren. Darunter sind die genialen Erfindungen des 19. Jahrhunderts, erste Großserienautos aus den 20-er- und 30-er-Jahren und die Traumautos der Nachkriegsjahrzehnte. Neben dem Nachbau des Benz-Patentmotorwagens und einem Audi Sport quattro von 1984 fällt ein weiteres Exponat besonders auf: der älteste noch existierende Porsche aus Zuffenhausen, ein schwarzer 356 aus dem Jahr 1950. Überdies gibt es auch das Replikat des Prototypen VW Typ 60 von 1937 zu bewundern.

Der Stand mit 17 Oldtimern ist 1.000 Quadratmeter groß und im Stil einer Tankstelle der 1960-er-Jahre gestaltet. Um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, in Ruhe auf dem Stand zu verweilen, wurden viele Sitzgelegenheiten zwischen den einzelnen Stationen eingerichtet. Die Oldtimer-Sonderschau wurde organisiert von der Arbeitsgemeinschaft Historische Fahrzeuge, einem Gremium aus ADAC, VDA und ZDK. Bilder der Oldtimer-Sonderschau finden unter www.iaa.de.

Die Exponate im Einzelnen:

Vorserie VW 30, Baujahr 1937

1938 ging der VW Käfer in Serie. Zur Entwicklung wurden 1937 Prototypen mit der Bezeichnung "VW 30" gebaut. Die 30 Exemplare legten zusammen 2,4 Mio. Testkilometer zurück - ein bis dahin beispielloser Aufwand bei der Entwicklung eines Großserienfahrzeugs. Am Ende des Dauertests wurden alle Prototypen aus Furcht vor Industriespionage zerstört. Das ausgestellte Exponat ist ein Nachbau (Motor: luftgekühlter 4-Zylinder Boxermotor, Hubraum: 985 Kubikzentimeter, Leistung: 22 PS, Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h).

Bentley 3 Litre Speed, Baujahr 1924

Der Bentley "3 Litre" ist einer der ersten Serienwagen mit Vierventil-Zylinderkopf und Doppel-zündung. Der Wagen war das erste Modell von Walter Owen Bentley und steht am Beginn einer langen Tradition sportlich-luxuriöser Automobile. Bentley produzierte in Cricklewood insgesamt 1.619 Exemplare (Produktionszeitraum: 1921 bis 1929, Motor: wassergekühlter 4-Zylinder Reihenmotor, Hubraum: 2.996 Kubikzentimeter, Leistung: 80 PS, Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h).

Koco 4/12 PS (HK 1), Baujahr 1922

Der Flugmotoren-Entwickler Carl Koch gründete 1919 in Erfurt seine Firma "Kleinauto- und Motorenwerke Koch & Co.". Die ersten Koco-Kleinwagen verließen 1920 das Erfurter Werk. Bis 1926 baute Koch & Co. rund 800 Automobile. Nach kurzer Blüte des Unternehmens musste die Produktion 1926 gestoppt werden. (Produktionszeitraum: 1920 bis 1926, Motor: wassergekühlter 2-Zylinder Boxermotor, Hubraum: 1.020 Kubikzentimeter, Leistung: 12 PS, Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h)

Goliath GD 750, Baujahr 1954

Der Goliath GD 750 mit Kofferaufbau wurde weniger als einhundert Mal produziert. Auf der IAA wird das einzige noch existierende Exemplar gezeigt. Die Typbezeichnung weist auf die Nutzlast von bis zu 750 Kilogramm hin. Hersteller waren die zu Borgward gehörenden Goliath-Werke in Bremen-Hastedt. (Produktionszeitraum: 1949 bis 1955, Motor: wassergekühlter 2-Zylinder Zweitaktmotor, Hubraum: 465 Kubikzentimeter, Leistung: 15 PS, Höchstge-schwindigkeit: 55 km/h)

BMW 1500, Baujahr 1963

Der BMW 1500 feierte vor genau 50 Jahren auf der IAA 1961 seine Premiere. Er war das erste Modell der BMW Baureihe "Neue Klasse". Das Engagement der Familie Quandt nach 1959 sowie der Erfolg des BMW 700 hatte diese komplette Neuentwicklung ermöglicht. Der BMW 1500 war ein moderner, sportlich-eleganter Wagen, der den Stil moderner BMW Automobile begründete. (Produktionszeitraum: 1962 bis 1964, Motor: wassergekühlter 4-Zylinder Reihenmotor, Hubraum: 1.499 Kubikzentimeter, Leistung: 80 PS, Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h).

Ford T Speedster, Baujahr 1912

Nachdem sich Henry Ford mit dem Arrow oder dem 999 im Rennsport einen Namen gemacht hatte, war klar, dass auch das Modell T Rennen bestreiten würde. Dafür montierte man auf die Fahrgestelle des Modell T schnittige Speedster-Karosserien. Da die Fahrzeuge an verschiedenen Orten in den USA montiert wurden, ist ihre genaue Anzahl nie ermittelt worden. Das ausgestellte Fahrzeug kam 1991 restauriert aus den USA nach Frankfurt. (Produktionszeitraum Model T: 1908 bis 1927, Motor: wassergekühlter 4-Zylinder Reihenmotor, Hubraum: 2.884 Kubikzentimeter, Leistung: 20 PS, Höchstgeschwindigkeit: 55 km/h)

Porsche 356 Coupé, Baujahr 1950

Dieser 356 mit der Chassis-Nummer 5047 ist der älteste noch existierende in Zuffenhausen gebaute Porsche. Nachdem 50 Exemplare des Typs 356 im österreichischen Gmünd entstanden waren, wagte Porsche 1949 die Rückkehr nach Stuttgart und produzierte dort ab 1950 den Serien-Typ 356. Am Gründonnerstag 1950 erblickte der erste Porsche 356 der Stuttgarter Produktion das Licht der Welt. Das ausgestellte Fahrzeug wurde wenige Tage später fertig gestellt (Produktionszeitraum Typ 356: 1948 bis 1965, Motor: luftgekühlter 4-Zylinder Boxermotor, Hubraum: 1.086 Kubikzentimeter, Leistung: 40 PS, Höchstge-schwindigkeit: 140 km/h).

Opel Patentmotorwagen ("System Lutzmann"), Baujahr 1899

Als Ende des 19. Jahrhunderts das Geschäft mit Nähmaschinen und Fahrrädern immer schwieriger wurde, stiegen die Gebrüder Opel in den Automobilbau ein. Im Januar 1899 übernahmen sie die "Anhaltinische Motorwagenfabrik" vom Friedrich Lutzmann. Der Lutzmann-Wagen wurde als erster Opel 65 Mal gebaut, bevor 1902 Lizenzbauten der französischen Firma Darracq das Modell ablösten. Bis 1937 wurde Opel zum größten europäischen Automobilhersteller. (Produktionszeitraum: 1899 bis 1901, Motor: wassergekühlter 1-Zylinder Motor, Hubraum: 1.545 Kubikzentimeter, Leistung: 4 PS, Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h)

Benz-Patent-Motorwagen, Model I, Baujahr 1886

Der Benz-Patent-Motorwagen ist als der Urahn aller Automobile. Vor 125 Jahren, am 29. Januar 1886, erhielt Carl Benz vom Kaiserlichen Patentamt in Berlin für seine Erfindung das Reichspatent Nr. 37435 - die Geburtsurkunde des Automobils. Während Gottlieb Daimler seinen Motor in eine Kutsche einbaute, hatte Carl Benz ein ganzes Automobil entwickelt. Das ausgestellte Exemplar ist detailgenau nachgebaut. Das Original steht im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München. (Motor: wassergekühlter 1-Zylinder Motor, Hubraum: 954 Kubikzentimeter, Leistung: 0,75 PS, Höchstgeschwindigkeit: 16 km/h) Mercedes Simplex 40/45 PS, Baujahr 1902 Die neuen Mercedes-Modelle von Wilhelm Maybach hatten ab 1902 großvolumigere und leistungsstärkere Motoren als ihre Vorgänger-Modelle. Mit vielen Detailverbesserungen wurde auch die Bedienung wesentlich leichter - daher der Name "Simplex". (Produktionszeitraum: 1902 bis 1905, Motor: wassergekühlter 4-Zylinder Reihenmotor, Hubraum: 6.785 Kubikzentimeter, Leistung: 45 PS, Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h)

Mercedes-Benz 260 D, Baujahr 1939

Der 260 D war der erste serienmäßig gebaute Diesel-Pkw der Welt. Nachdem der Dieselmotor sich für Nutzfahrzeuge bewährt hatte, lag der Bau eines Diesel-Personenwagens nahe. Im Februar 1936 präsentierte Daimler-Benz auf der Berliner Automobil-Ausstellung den Typ 260 D. In Berlin wurde mit dem Hanomag Rekord ein weiterer Diesel-Pkw gezeigt - das Modell ging aber erst 1938 in Serie. (Produktionszeitraum: 1937 bis 1940, Motor: wassergekühlter 4-Zylinder Diesel-Reihenmotor, Hubraum: 2.545 Kubikzentimeter, Leistung: 45 PS, Höchstgeschwindigkeit: 94 km/h)

Mercedes-Benz 300 SL, Baujahr 1955

Das legendäre Flügeltürencoupé war der erste reinrassige Sportwagen, der nach dem Krieg bei Daimler-Benz gebaut wurde. Die Serienversion des 300 SL basierte auf dem Rennwagen der Saison 1952. Von diesem stammten die berühmten Flügeltüren. Sie waren kein Design-Gag - der extrem leichte Gitterrohr-Rahmen des Rennsport-SL war für konventionelle Türen zu niedrig. Außerdem war der 300 SL das erste Mercedes-Benz-Serienfahrzeug mit Direkteinspritzung. Sie brachte 40 PS mehr Leistung gegenüber dem Rennwagen mit Vergaser. Bis Mai 1957 entstanden in Sindelfingen 1.400 Exemplare (Produktionszeitraum: 1954 bis 1957, Motor: wassergekühlter 6-Zylinder Reihenmotor, Hubraum: 2.996 Kubikzentimeter, Leistung: 215 PS, Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h).

Horch 930 V Cabriolet, Baujahr 1937

Der Horch 930 V war der Nachfolger des erfolgreichen Horch 830 und damit ein Vertreter der kleineren Horch-Baureihe. Parallel dazu wurde noch der Typ 830 BL mit langem Radstand weitergebaut. Ab 1938 bekamen beide Modelle einen größeren Motor mit 3,8 Litern Hubraum und 92 PS. Die Vierganggetriebe erhielten einen zweiten Schalthebel, mit dem ein Ferngang bedient werden konnte. Bis 1940 entstanden 11.730 Fahrzeuge der Baureihe. (Produktions-zeitraum: 1937 bis 1940, Motor: wassergekühlter 8-Zylinder V-Motor, Hubraum: 3.517 Kubikzentimeter, Leistung: 82 PS, Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h).

VW Typ 166 (Schwimmwagen), Baujahr 1944

Der Volkswagen Typ 166 ist ein schwimmfähiger Geländewagen mit Allradantrieb. Er wurde auf der Grundlage des VW Käfer im Zweiten Weltkrieg für die Wehrmacht entwickelt. Von Herbst 1942 bis Sommer 1944 wurden im Volkswagenwerk bei Fallersleben über 14.000 Exemplare hergestellt. Neben der Schwimmfähigkeit war seine eigentliche Stärke die Geländegängigkeit durch den hoch übersetzten Geländegang, den Allradantrieb, das selbsthemmende ZF-Sperrdifferential und die große Bodenfreiheit. (Produktionszeitraum: 1942 bis 1944, Motor: luftgekühlter 4-Zylinder Boxermotor, Hubraum: 1.131 Kubikzentimeter, Leistung: 24,5 PS, Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h)

VW Passat Variant ("Gelber Engel"), Baujahr 1976

Der VW Passat Variant wurde in den 70er Jahren als ADAC-Straßenwachtfahrzeug eingesetzt. Er bot wesentlich mehr Platz als die bis dahin verwendeten VW Käfer. Das Fahrzeug wurde von seinem Besitzer, der selbst ADAC-Straßenwachtfahrer war, originalgetreu wiederaufgebaut (Produktionszeitraum: 1973 bis 1980, Motor: wassergekühlter 4-Zylinder Reihenmotor, Hubraum: 1.297 Kubikzentimeter, Leistung: 55 PS, Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h).

Audi sport quattro, Baujahr 1984

Der Audi sport quattro wurde 1983 auf der IAA vorgestellt. Er wurde auf Basis des Audi quattro für den Rallyesport entwickelt und nur 214 Mal produziert. Neben der bereits bekannten Abgasturboaufladung wurde beim Audi sport quattro ein Zylinderkopf mit vier Ventilen pro Zylinder verwendet. Der sport quattro wurde ab Dezember 1984 für einen Preis von 195.000 Mark angeboten und war damals das teuerste deutsche Serienfahrzeug. Ein zeitgenössischer Porsche 911 Carrera Turbo kostete nur etwa die Hälfte (Produktionszeitraum: 1984 bis 1986, Motor: wassergekühlter 5-Zylinder Reihenmotor, Hubraum: 2.133 Kubikzentimeter, Leistung: 306 PS, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h).

Pressekontakt:

Eckehart Rotter
VDA/Abteilung Presse
Tel.: +49 30 897842-120
Mail: rotter@vda.de

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