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15.11.2011 – 12:03

Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.

Geflügelwirtschaft will Antibiotika-Einsatz umfassend auswerten: DBV und ZDG reagieren auf Studie aus Nordrhein-Westfalen

Berlin (ots)

Auf die Ergebnisse der nordrhein-westfälischen Studie zum Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast reagieren der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) mit einem eigenen Monitoring-Programm zur bundesweiten Auswertung von Antibiotikagaben. Aus der von Landesagrarminister Johannes Remmel in Auftrag gegebenen Studie war vorab bekannt geworden, dass in 83 Prozent der untersuchten Mastdurchgänge Antibiotika zur Behandlung von Krankheiten zum Einsatz kamen. "Wir nehmen diese Ergebnisse sehr ernst", sagen DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born und ZDG-Geschäftsführer Dr. Thomas Janning übereinstimmend. "Aus unserer Verantwortung für die Tiere heraus ist unser Ziel klar: Wir wollen Krankheiten beim Tier vermeiden und so den Antibiotikaeinsatz deutlich reduzieren." Um dies realisieren zu können, soll in enger Abstimmung mit der Tierärzteschaft ein Monitoring-Programm innerhalb des QS-Systems geschaffen werden, auf dessen Grundlage der im EU-Vergleich ohnehin niedrige Antibiotika-Einsatz weiter minimiert werden soll.

Die deutschen Geflügelhalter bemühten sich kontinuierlich, durch ein verbessertes Tierhaltungsmanagement Krankheiten zu verhindern und so den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, betont Dr. Thomas Janning: "Der Tierschutz gebietet es jedoch, erkrankte Tiere zu behandeln." DBV und ZDG weisen darauf hin, dass trotz der ermittelten Antibiotikagaben Geflügelfleisch bedenkenlos verzehrt werden kann. So wird jeder Bestand vor der Schlachtung durch einen Tierarzt kontrolliert, zwischen der letzten Antibiotikagabe und der Schlachtung sind gesetzlich definierte Wartezeiten einzuhalten. Die Unbedenklichkeit deutscher Geflügelprodukte wird auch durch die Ergebnisse des jährlichen Nationalen Rückstandskontrollplans des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) bestätigt. Daher sollte die Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen über den Antibiotika-Einsatz beim Hähnchen auch nicht im Zusammenhang mit dem Thema Antibiotikaresistenzen missbraucht werden, fordern DBV und ZDG.

"Die Ergebnisse der Studie machen einmal mehr deutlich, dass eine verlässliche Auswertung vorhandener Daten bisher nicht möglich ist - das muss nun unverzüglich angegangen werden", fordert DBV-Generalsekretär Dr. Born. Die Wirtschaft ergreift daher die Initiative und hat die Etablierung eines eigenen Monitoringsystems für Antibiotikagaben in der Geflügelaufzucht in die Wege geleitet. Eine Meldepflicht besteht ohnehin schon: DBV und ZDG machen deutlich, dass bereits seit zehn Jahren alle tierhaltenden Betriebe in Deutschland verpflichtet sind, jeden Einsatz von Tierarzneimitteln zu dokumentieren. Zudem müssen die Betriebsleiter den Amtsveterinären jederzeit Einsicht in diese Unterlagen geben. Darüber hinausgehend soll das von der Geflügelwirtschaft initiierte QS-Monitoring eine verlässliche bundesweite Auswertung als Grundlage für eine Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes liefern: So hat sich die deutsche Geflügelwirtschaft auf die Zielvereinbarung verständigt, durch Verbesserungen im Tierhaltungsmanagement den Antibiotika-Einsatz in den kommenden fünf Jahren um 30 Prozent zu verringern.

Pressekontakt:

ZDG Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.
Christiane Riewerts
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