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Rheinische Post: Taktieren mit der Gesundheit - Von ANTJE HÖNING

Düsseldorf (ots)

Häufig gilt bei einem Kompromiss: Wenn alle
schimpfen, ist er gut. Beim sich abzeichnenden Gesundheits-Kompromiss
ist es anders: Der Versuch, Feuer (die Bürgerversicherung der SPD) 
und Wasser (die Kopfpauschale der CDU) zusammen zu bringen, droht als
fauler Kompromiss zu enden. Ein bisschen ist das Wahlvolk selbst 
schuld: Im Ergebnis hat es sich bei der Wahl 2005 nicht eindeutig für
Schwarz oder Rot entschieden, sondern die beiden in eine Vernunftehe 
gezwungen. Doch anstatt gesundheitspolitisch das Beste daraus zu 
machen, gehen Union und SPD die Reform aus rein taktischem Kalkül an.
Die Reform soll nicht etwa langfristig wirken, sondern die Tür 
aufhalten, damit die Parteien nach der nächsten Wahl eben doch 
Kopfpauschale oder Bürgerversicherung verwirklichen können.
Die Kassen-Chefs haben völlig Recht, wenn sie auf die Barrikaden 
gehen. Besonders ärgerlich ist, dass die Koalition mit ihrer Reform 
Milliarden-Löcher schließen will, die es ohne sie nicht gäbe: Sie hat
die Mehrwertsteuer erhöht, die die Arznei-Ausgaben treibt. Und sie 
hat die Mutterschaftskosten wieder auf die Kassen abgewälzt. In einem
Punkt aber ist die Reform richtig: Betrieben künftige 
Kostenerhöhungen zu ersparen, ist kein neoliberales Teufelszeug. Es 
ist nötig, damit nicht noch mehr Jobs wegfallen. Das sichert auch die
Einnahmebasis der Kassen.

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