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Rheinische Post: WM-Hysterie

    Düsseldorf (ots) - Von Robert Peters

    In Berlin rennt ein Amokläufer durchs Regierungsviertel und sticht Passanten nieder. Das ist schlimm genug. Aber wohl nur dann zu verhindern, wenn künftig jeder Mensch einen Sonderbewacher zur Seite gestellt bekommt. Absolute Sicherheit wird niemand garantieren können. Der Unions-Fraktions-Vize Wolfgang Bosbach hält es dennoch für besonders volkstümlich, prompt das Sicherheitskonzept der Fußball-Weltmeisterschaft in Frage zu stellen. Das ist hysterisch und populistisch zugleich. Ebenso gekonnt ist zwei Wochen vor dem Beginn des Turniers in Deutschland die Feststellung des bayerischen Innenministers Günther Beckstein, nach der das Eröffnungsspiel besonders terrorgefährdet sei. Das passt in eine sehenswerte Reihe von Aufgeregtheiten. Vor ein paar Monaten wollte die Kollegin Bärbel Höhn die WM noch wegen der Vogelgrippe absagen. Wahrscheinlich folgen solche spontanen Eingebungen einem politischen Reflex. Unsere Volksvertreter geraten offenbar zuverlässig in Sprechzwang, wenn sich über Reizthemen Öffentlichkeit herstellen lässt. Inhalte interessieren da weit weniger als wirksame Verpackung und Etikettierung. Insofern sind auch Politiker Kinder ihrer Zeit.

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