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Rheinische Post: "Passau" hat Pause

    Düsseldorf (ots) - Von Gregor Mayntz

    Politischer Aschermittwoch und große Koalition sind natürliche Feinde. Seit Straußens Zeiten ist der Passauer Polit-Klamauk die stark gewürzte Abrechnung mit dem anderen Lager. Wenn die Gegner plötzlich Partner sind, hat die robuste Attacke zwischen Schwarz und Rot Pause. Edmund Stoiber legte sich bemerkenswerte Zurückhaltung auf - und hatte es schwer, bei diesem ersten großen Basis-Kontakt seit seiner Flucht aus Berlin zu punkten. Hätten die "Langeweile"-Rufe die gesamte Rede angedauert, es wäre Stoibers letzter Aschermittwoch als Parteichef gewesen. Doch über populistische Sprüche zur Ausländerpolitik sammelte er die CSU wieder ein. SPD-Chef Matthias Platzeck hielt sich weniger zurück, stellte schlechte Zeugnisse für Unionsminister im gemeinsamen Kabinett aus. Das zeigt, wie weit die Gelassenheit der SPD angesichts des Elf-Punkte-Vorsprungs der Union tatsächlich reicht. Da blitzt blanke Nervosität durch. Und der von ungeahnter Harmonie erstaunte Wähler entdeckt beim genaueren Hinsehen vertraute Muster. Stoibers Ausländer-Worte passen nicht zur SPD, Platzecks Unionskritik nicht zu einer gedeihlichen Koalition. Schwarz-Rot ist halt nur eine Lebensabschnittspartnerschaft. Und "Passau" hat nicht ewig Pause.

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