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Rheinische Post: Rasch auklären, Teil zwei

    Düsseldorf (ots) - Von Gregor Mayntz

    Meldungen aus den USA bewirkten ab Januar eine hektische Aufklärung durch die neue deutsche Regierung: Hat die Schröder-Fischer-Steinmeier-Truppe beim öffentlich gebrandmarkten Irak-Krieg insgeheim mitgeholfen? Kaum hat Schwarz-Rot das rot-grüne Erbe koalitionsverträglich eingetütet, werden die Deutschen erneut aufgeschreckt. Wieder durch Meldungen aus den USA: Statt einzelner Zielkoordinaten soll der BND nun das komplette Abwehrsystem Saddams geliefert haben. Kann diese Abfolge Zufall sein? Die USA sind die Heimat von Verschwörungstheorien. Hauptsache, das Motiv stimmt. Reicht aber die späte Genugtuung über eine Entlarvung von Rot-Grün als Motiv? Und ist dies wichtiger als eine Beschädigung des gerade neu gestarteten deutsch-amerikanischen Verhältnisses? Wichtiger als das zwangsläufig entstehende Misstrauen zwischen befreundeten Geheimdiensten? Wichtiger als die Offenlegung des Vertraulichen durch einen nun kaum mehr abwendbaren Untersuchungsausschuss? Dreimal Nein. Also doch Zufall? Dann liegen zwei Erklärungen nahe. Entweder blicken wir in Deutschland in einen Abgrund an Politik-Verrat. Oder US-Kreise haben (mal wieder) wacklige Spekulationen zu einer waghalsigen Studie aufgeplustert. Die Kritzel-Skizze erinnert eher an ein Batikmuster als an einen Militärplan. Nur eines ist sicher: Das alles muss geklärt werden.

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