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Rheinische Post: Macher von Bellevue

    Düsseldorf (ots) - Von Margarete van Ackeren

    Charmant, mitfühlend und witzig präsentiert sich Bundespräsident Horst Köhler wieder einmal auf dem Berliner Parkett. Keine Frage: Der Mann, der seit 2004 an der Spitze des Staates steht, will nicht der unverbindliche Repräsentant sein, der von der Loge aus dem Volke huldvoll zuwinkt, sondern er strebt auf die Bühne, die Hauptbühne. Der Präsident hat die aktuelle Debatte um eine Reihe undogmatischer Ideen bereichert. Die Beteiligung von Arbeitnehmern an Kapital und Gewinnen von Unternehmen etwa fügt sich nicht ohne weiteres in ein Schema von "rechts" und "links". Mit seinen warmherzigen Überlegungen zur Integration von Arbeitslosen lenkte der Präsident den Blick auf das Kernproblem, das bei technokratischen Debatten im politischen Alltag oft vergessen wird. Leider aber beschränkte sich das Staatsoberhaupt nicht auf Grundlegendes und Grundsätzliches, sondern versuchte sich auch als eine Art verspäteter Zensor des Bundestagswahlkampfes - hart an der Grenze zur Parteipolitik. Horst Köhler sollte nicht der Gefahr erliegen, politisch-gestalterische Ambitionen in sein Amt zu tragen. Es wäre sonst schade um die Autorität eines Mannes, der diesem Land als kreativer Mahner viel zu sagen hat.

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