PRESSEPORTAL Presseportal Logo
Alle Storys
Folgen
Keine Story von Rheinische Post mehr verpassen.

11.10.2005 – 20:27

Rheinische Post

Rheinische Post: Frau am Steuer, Männer nervös

Düsseldorf (ots)

Von Margarete van Ackeren
Die Debatte um die Richtlinienkompetenz einer Kanzlerin Angela 
Merkel könnte kaum theoretischer sein: Die große Koalition steht 
nicht einmal, Merkel ist noch nicht gewählt, der Konfliktfall nicht 
absehbar. Da ist es mehr als absonderlich, eine solche Debatte zu 
führen oder sie gar anzuzetteln.
"Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt 
dafür die Verantwortung", heißt es ebenso knapp wie klar im 
Grundgesetz. Davon, dass dies für weibliche Kanzler, bei einer großen
Koalition oder im Umgang mit besonders verdienstvollen Ministern 
nicht gelten soll, ist nicht die Rede. Dass die SPD die Debatte um 
die Grenzen von Merkels Macht führt, hat noch ein wenig mit Politik 
zu tun. Nach dem Beharren von Gerhard Schröder auf dem Kanzlerposten 
und den bizarren Ideen vom Job-Sharing zweier Regierungschefs ist 
dies ein weiterer Versuch, den kleinen Macht-Unterschied zwischen 
Union und SPD klein zu reden: Die Union stellt nun einmal die 
Kanzlerin.
Wenn aber Spitzenpolitiker der Union sich wortreich an dieser 
Diskussion beteiligen, dann hat dies weniger mit Politik als mit 
Psychologie zu tun. Dass es für manchen Altgedienten aus der Union 
schwer zu verdauen ist, dass eine Frau aus dem Osten wohl an die 
Spitze kommen wird, ist nachvollziehbar. Dies öffentlich zu erkennen 
zu geben, ist aber mehr als unklug.

Rückfragen bitte an:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Rheinische Post
Weitere Storys: Rheinische Post