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Rheinische Post: Türken in Brüssel

Düsseldorf (ots)

Von Godehard Uhlemann
Am Tag nach Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei kennt
der EU-Laufsteg nur eitle Sieger. Optimismus überstrahlt den 
Realismus, der sich am Ende durch nichts aufhalten lässt. Europas Ja 
in letzter Minute wird die Türken kränken: Europas Arme sind eben 
nicht offen ausgebreitet. Die EU muss tief frustriert sein, denn 
Ankara hatte nichts Besseres zu tun, als die USA zu bitten, die EU 
unter Druck zu setzen. Nebenbei: Die EU ist mündig.
Die EU verhandelt nun mit einem Land, aus dem im vergangenen Jahr die
meisten Menschen stammten, die in Deutschland um Asyl nachsuchten, in
dem Christen nach wie vor als Menschen zweiter Klasse behandelt 
werden. 25 EU-Staaten verhandeln mit Ankara, das aber nur 24 
anerkennt. Europas Selbstachtung hätte das nie zulassen dürfen. 
Frankreichs Staatspräsident Chirac fordert für die Türkei eine "große
Kulturrevolution", doch er weiß genau, dass dort der Nationalismus 
kräftige Muskeln bekommt. Finanziell kann sich die EU den neuen 
Partner nicht leisten. Sie hat sich nicht einmal auf den Finanzrahmen
bis 2013 einigen können. Wird Chirac ab 2014 die Agrarhilfen für 
Frankreichs Bauern zugunsten der Türken umleiten? Fazit: Das 
politische Europa wird durch eine Freihandelszone ersetzt.

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