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27.09.2005 – 20:21

Rheinische Post

Rheinische Post: Kleine Schulen für die Kleinen

Düsseldorf (ots)

VON DETLEV HÜWEL
Die Landesregierung will offenbar kein Jota von ihrer Zusage 
abweichen, das Bildungswesen auf Vordermann zu bringen. Dazu gehört 
nicht nur die Ankündigung, 4000 zusätzliche Lehrer einzustellen (1000
davon gibt es bereits). Jetzt überrascht der Ministerpräsident mit 
der Ankündigung, auch kleine Schulen fortbestehen zu lassen. Nicht 
einmal Kleinstschulen mit nur einer Klasse pro Jahrgang sind für ihn 
ein Tabu.
Die Schülerzahlen werden in den nächsten zehn Jahren zurückgehen, 
dennoch sollen möglichst viele Grundschulen weiter existieren. Wie 
passt das angesichts der großen Finanzmisere zusammen? Not macht 
erfinderisch. Die Regierung denkt anscheinend daran, gerade in 
ländlichen Regionen "Schul-Filialen" einzurichten. Das bedeutet, dass
eine Grundschule mehrere "Ableger" in verschiedenen Orten bei 
gemeinsamer Schulleitung haben kann, so dass ein flächendeckendes 
Angebot garantiert wäre. Dies wäre zwar weit von einer Billig-Lösung 
entfernt, doch unsere Kinder sollten uns das wert sein.
In ihr Vorhaben allerdings, die Schulbezirke aufzulösen, wird die 
Regierung viel Überzeugungskraft und noch mehr Geld investieren 
müssen. Denn der freie Wettstreit der Grundschulen, der damit 
ermöglicht werden soll, bedingt, dass die Problemschulen erst einmal 
personell und sachlich "aufgerüstet" werden. Ob das bis 2008 gelingen
kann?

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