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Rheinische Post: Kommentar
Militär gegen Schlepper = Von Helmut Michelis

Düsseldorf (ots) - Die Absicht der EU, verstärkt gegen die Schleuser vorzugehen, die mit dem Flüchtlingselend im Mittelmeerraum Millionen verdienen, ist sinnvoll. Bedenken im Detail sind aber angebracht. So muss das angestrebte "robuste Mandat" des Weltsicherheitsrats dringend genauer definiert werden. Ein Militäreinsatz auf libyschem Bürgerkriegsgebiet birgt unkalkulierbare Risiken; die Zerstörung von Flüchtlingsbooten wird wenig ausrichten, solange die dahinterstehenden kriminellen Strukturen nicht aufgeklärt und zerschlagen werden. Bundesregierung und Opposition sollten sich daher zunächst darüber klar werden, was genau sie mit einem Kampfeinsatz gegen Schlepperbanden bewirken wollen, bevor sie plakativ, aber eben nebulös eine solche robuste Mission fordern. Dass die Tragödie im Mittelmeer gestoppt werden muss, ist allgemeiner Konsens - immerhin. Das wird aber nur mit einer Vielzahl von Maßnahmen funktionieren, die mit konkreten Hilfen für die Herkunftsländer der Flüchtlinge beginnen müssen. Militär kann einen wichtigen Beitrag leisten, aber nicht die Lösung sein.

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