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Rheinische Post: Gefundenes Fressen für Athens Regierung

Düsseldorf (ots) - Justizbehörden müssen Korruptionsfälle unerbittlich verfolgen. Das gilt insbesondere für ein Land, das derart mit Bestechung und Bestechlichkeit zu kämpfen hat wie das hoch verschuldete Griechenland. An unrühmlichen Beispielen mangelt es nicht. Da wären etwa die Vorwürfe gegen mehrere Rüstungsunternehmen Ende der 90er Jahre - darunter auch deutsche Konzerne. Jetzt rücken frühere Manager des Münchner Siemens-Konzerns in den Fokus der Justiz. Sollten sich die Vorwürfe um 62 Millionen Euro an Bestechungsgeldern bewahrheiten, stünde Griechenland vor dem größten Korruptionsprozess seiner Geschichte. Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass die griechische Justiz ihre Anstrengungen in diesem Bereich verstärkt. Doch man muss sehr genau hinsehen: Härte, noch dazu gegen Unternehmen aus jenem Land, das von vielen Griechen als moralinsauer und überheblich empfunden wird, kommt den Politikern in Athen gerade recht. Was für eine hervorragende Fügung, um sich selbst als integer zu gerieren. Es darf am Ende nicht dazu führen, dass die Regierung Tsipras mögliche Verfehlungen Einzelner als Vorwand nutzt, um bei substanziellen Strukturreformen Abstriche zu machen.

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