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Rheinische Post: Aggressive Streiktaktik trotz Annäherung

Düsseldorf (ots) - Ein Warnstreik, so die Auffassung der Gerichte, dient dazu, festgefahrene Tarifverhandlungen voranzubringen. Insofern könnte man annehmen, dass die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi alles richtig macht, wenn sie mit zweiwöchigen Dauerstreiks die Republik lahmlegt und so den Druck spürbar erhöht. Ärgerlich ist allerdings, dass kurz nach der zweiten Verhandlungsrunde sowohl die Arbeitgeber als auch die Gewerkschaften selbst davon sprachen, man habe sich angenähert. Für eine Einigung wären die Aktionen wohl nicht mehr nötig gewesen. Vieles spricht dafür, dass Verdi mit dem massiven Warnstreik, der inzwischen eher den Charakter eines Erzwingungsstreiks hat, eine andere Agenda verfolgt: Durch Arbeitskämpfe lassen sich identifikationsstiftend Mitglieder gewinnen. Das Nachsehen haben Berufspendler und heute zusätzlich auch berufstätige Eltern von Kleinkindern sowie Flugreisende. Es zeigt einmal mehr, dass das Land weniger die viel gescholtenen Spartengewerkschaften - also die Gewerkschaften der Piloten, Ärzte, Flugbegleiter, Fluglotsen oder Lokführer - als vielmehr die aggressive Streiktaktik der Großgewerkschaft Verdi fürchten muss.

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