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Rheinische Post: Kommentar
Der Fluch des billigen Geldes = Von Antje Höning

Düsseldorf (ots) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) schlägt Alarm. Er sieht in einzelnen Ländern wie Kanada, Belgien und Schweden bereits wieder Immobilienblasen wachsen. Davon spricht man, wenn die Immobilienpreise dauerhaft stärker steigen als die Mieten. 2007 hat das Platzen der US-Immobilienblase die weltweite Finanzkrise ausgelöst. Nun will man früh gegensteuern. Doch der IWF springt viel zu kurz, wenn er nur schärfere Eigenkapital-Regeln für die Vergabe von Hauskrediten fordert. Die wahre Ursache der Blase besteht in der Politik des billigen Geldes - als hätte man aus den Fehlern von Alan Greenspan, dem früheren Chef der US-Notenbank Fed, nichts gelernt. Während die Fed immerhin eine Wende in Aussicht stellt, dreht die Europäische Zentralbank den Geldhahn weiter auf. Im zweifelhaften Bemühen, die Konjunktur in Südeuropa anzukurbeln, heizt sie auch den Immobilien-Boom in Nordeuropa an. Erneut rächt sich, dass man in der Euro-Zone heterogene Volkswirtschaften zusammenspannte. Das Ganze hat konkrete Folgen für deutsche Verbraucher. Die mit Vermögen sollten genau prüfen, ob und wo sie in eine Immobilie investieren. Die ohne Vermögen sollten trotz Minizinsen die Finger davon lassen.

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