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Katastrophenschutz braucht selbst Hilfe = Von Helmut Michelis

Düsseldorf (ots) - Ohne die Freiwilligen Feuerwehren, das THW und andere ehrenamtliche Helfer wäre nach dem Orkan Hilfe so schnell und so wirkungsvoll nicht zur Stelle gewesen. Doch dieses anerkennenswerte Engagement vieler Idealisten täuscht zurzeit noch darüber hinweg, dass dem Ehrenamt im Katastrophenschutz zunehmend die Puste ausgeht. Das System funktioniert, wenn die Schäden regional begrenzt sind und alle Kräfte im Umland gebündelt werden, wie das jetzt in und um Düsseldorf der Fall ist. Bei großflächigem Hochwasser-Alarm würde es schwieriger. Denn traurige Tatsache ist: Das kostengünstige Modell des ehrenamtlichen Katastrophenschutzes entspricht immer weniger der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Wehrpflicht und Zivildienst hatten den Hilfsorganisationen früher Zehntausende Zwangsrekrutierter zugeführt. Auch die Arbeitswelt hat sich stark verändert: Welche Firma kann heute noch längere Zeit Mitarbeiter freistellen? Es ist kurzsichtig, wenn manche Organisationen die Lage schönreden, wohl, weil sie ihre Bedeutung schwinden sehen. Es gilt, neue Modelle zu finden - ganz zum Nulltarif wird das nicht gehen. Mit ausschließlich hauptamtlichen Kräften als letztem Ausweg würde es aber richtig teuer.

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